Amerikanische Vorwahlen : In Hillarys Welt

Es ist ein Rätsel: Warum gibt Hillary Clinton nicht auf? Sie hat keine reale Chance, Barack Obama die Nominierung zu entwinden. Der von ihr unnötig lange und mit übertriebener persönlicher Härte geführte Wahlkampf bedroht längst die Siegchancen der Demokraten im Herbst.

Sie beschädigt so auch ihren eigenen Ruf. Eine Mischung aus Durchhaltekraft und Realitätsverlust treibt sie an. Sie glaubt wohl wirklich, dass sie die bessere Präsidentin wäre und dass sie den Republikaner John McCain eher schlagen kann als Obama. Für beide Annahmen gibt es Argumente: ihre Erfahrung und ihr Rückhalt unter weißen Arbeitern. Die Gegenargumente sind freilich mindestens ebenso stark. Obama spricht unabhängige Wähler an, die Clinton nie erreichen wird. Und er hat weniger Fehler gemacht. Sie stimmte für den Irakkrieg, er war dagegen. Der Grad ihrer Realitätsverweigerung wird langsam beunruhigend. Ein bisschen Abschottung brauchen Politiker. Ließen sie sich von jedem Rückschlag beeindrucken, könnten sie ihren Job nicht machen. Aber Clinton lebt in ihrer eigenen Welt, wie schon als First Lady. Ihre Abteilung im Weißen Haus wurde als „Hillaryland“ verspottet. Jetzt erfindet sie Heckenschützen-Beschuss in Bosnien und fantasiert über den Stand des Wahlkampfs. Soll ein Mensch mit ihrer Realitätsferne das stärkste Militär der Welt kommandieren? cvm

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben