Meinung : An den Kindern vorbei

„Auch Muslime beklagen Antisemitismus“ vom 2. Oktober

Meiner Meinung nach ist das falscher Alarm und eine Ablenkung von der Verweigerung aktueller Vertreter jüdischer und muslimischer Religionsgemeinschaften, über Menschenrechte von Kindern zu reden. Ich nehme es genau umgekehrt wahr: Von religiösen Funktionären wird teils verbal aggressiv und unfair gegen Andersdenkende argumentiert und somit Unfrieden in unsere Gesellschaft getragen, wie man jetzt bei der Beschneidungsdebatte beobachten kann. Die guten Argumente von Menschen, die sich gegen die Beschneidung von Kindern und für eine gewaltfreie Erziehung einsetzen, werden mit hier gar nicht zutreffenden Begriffen wie „islamfeindlich“, „rassistisch“, „antisemitisch“ vom Tisch gefegt. Über das Recht der körperlichen Unversehrtheit, körperliches Schmerzempfinden und seelische Traumata und die Menschenrechte der Kinder wollen die Vertreter der Religionsgemeinschaften und offenbar auch unsere Politiker nicht reden. Wenn nun aber der Staat die Kinder nicht schützt, wer dann? Die Kinder sind wohl der Kollateralschaden der Debatte, über deren körperliches und seelisches Leid am Ende niemand mehr spricht.

Margot Winkler, Berlin-Moabit

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