Meinung : An den Schulen herrscht die Not

„Schüler lernen langsam rechnen“

von Patricia Hecht vom 11. November

Die „Leitlinien einer Förderstrategie der KMK zur Förderung leistungsschwächerer Schüler“ könnten der Schulverwaltung weiterhelfen (einige Auszüge als verkürzte Stichwörter): Schüler mit Leistungsschwächen brauchen mehr Lernzeit. Zusätzliche Förderangebote neben dem Unterricht. Die Förderangebote werden in den Ländern durch zusätzlichen Personaleinsatz ermöglicht.

Wie lässt sich in der Berliner Schule „zusätzliche Lernzeit“ im Einzelfall so realisieren, dass ein Schüler tatsächlich kontinuierlich sein zu Lernendes lernen kann? Das Personal ist auf 100 Prozent eingefroren – bei Ausfall nur eines Lehrers wird zuerst an Fördermaßnahmen gekürzt (also regelmäßig). Wo gibt es in Berliner Schulen Ressourcen für „zusätzlichen Personaleinsatz“? Der ist höchstens auf dem Papier der Bürokraten vorhanden, aber niemals real – es herrscht die Not!

Die Maxime des Senats im Bildungsbereich heißt: Reformen dürfen stattfinden – aber nur kostenneutral. Damit ist jede Reform zum Scheitern verurteilt. Wenn Kostenneutralität gefordert ist, dann kann die Konsequenz nur heißen: Konsolidierung des Bestands. Aber selbst das schafft der Senat nicht – der Bestand an Fördermöglichkeiten wurde durch Kürzungen stetig verschlechtert (Beispiel Vorschule: Ein gelungenes Konzept – Übergang von Vorschule zur Grundschule erleichtern mit Kooperation von Vorklassenleitern und Lehrern – abgeschafft – zu teuer ...).

Jede Schule wäre schon froh, wenn sie ihrem schlichten, traditionellen Bildungsauftrag (ohne Reformitis) endlich nur solide nachkommen könnte – aber das wurde den Schulen in den letzten zehn Jahren durch regelmäßige Kürzungen und Einsparungen unmöglich gemacht – nun darf sich jeder fragen: Wie kann Schule besser werden?

Alexander Bungard, Berlin-Schöneberg

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