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Gastkommentar

Berlin ist sexy – und reich

Berlin übt gerade auf junge Menschen aus aller Welt eine außerordentliche Anziehungskraft aus. Die Stadt hat kein Geld, aber Potenzial. Es muss nur ausgeschöpft werden, meint IHK-Präsident Eric Schweitzer.
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Foto: Thilo Rückeis
Berlin ist sexy. Das ist so, bleibt so. Aber physische Attraktivität muss nicht zwingend mit ökonomischer Perspektivlosigkeit einhergehen. Denn Trash- und Subkultur, Toleranz und Urbanität, der gewaltige Klangkörper der Kreativität machen nur einen Teil auf der Habenseite aus. Wer glaubt, die zweite Hälfte der Berlin-Bilanz bestehe aus einem ökonomischen No-Future, irrt gewaltig. Ohne die gegenwärtige Situation schönreden zu wollen: Ein Blick auf Zahlen und Fakten macht Spaß und Mut.

So verzeichnet Berlin seit 2005 durchgängig einen Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung – und zwar den stärksten Anstieg unter allen Bundesländern. Das Wirtschaftswachstum liegt seit 2007 über dem Bundesdurchschnitt. Wir hoffen natürlich, dass dies so bleibt. Jedenfalls sieht es bisher so aus, dass die Wirtschaftskrise Berlin weniger hart getroffen hat als andere Länder. Die Stadt belegt zudem, das hat eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos ergeben, unter den 25 führenden Regionen mit aussichtsreichen Branchen den zweiten Platz.

Auch bei Existenzgründungen ist Berlin nach wie vor Gipfelstürmer: Berlin hat den höchsten Anteil an Selbstständigen und die höchste Gründerquote aller Bundesländer: Im ersten Halbjahr 2009 wurden in Berlin 22 700 Gewerbe angemeldet. Davon waren 20 000 Neugründungen. Das sind zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Gewerbeabmeldungen stiegen zwar etwas stärker an, nämlich um 15 Prozent auf gut 18 200 Fälle. Doch der Saldo bleibt positiv.

Für diese Entwicklungen gibt es mehrere Gründe. So weist der Wirtschaftsstandort Berlin eine Reihe von Alleinstellungsmerkmalen auf, die ihn für Gründer besonders attraktiv machen: Mit den drei großen Berliner Universitäten und zahlreichen weiteren Hochschulen und Forschungsinstituten haben wir eine sehr hohe Dichte hochqualifizierter junger Menschen in der Stadt. Und die Bildungs- und Forschungseinrichtungen kooperieren intensiv mit der Privatwirtschaft. Durch diese Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft entsteht ein innovationsfreundliches Klima. Zusätzlich hat Berlin aber auch handfeste Kostenvorteile zu bieten: Die Mieten, das Lohnniveau und die Lebenshaltungskosten sind für eine Metropole von Weltrang einfach unschlagbar günstig.

Hinzu kommen eine sehr gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ein hoher Freizeitwert der Stadt und ein gut ausgebauter und – drücken wir jetzt einmal beide Augen fest zu – funktionierender öffentlicher Nahverkehr. Obendrein wirken die modernen, zukunftsorientierten Wachstumskerne wie Magnete: In der Gesundheitswirtschaft, Kreativwirtschaft, Photovoltaik und Telematik beobachten wir eine besonders starke Gründungsdynamik und ein hohes Wachstum.

Berlin übt gerade auf junge Menschen aus aller Welt eine außerordentliche Anziehungskraft aus. So wächst die Bevölkerung seit 2005 wieder, und es sind vor allem junge, gut ausgebildete Menschen, die nach Berlin kommen.

Ist Berlin also schon reich und sexy? Leider nicht. Trotz aller Lichtblicke gibt es eine Reihe von Problemen, die einer kreativen und innovativen Lösung harren. Wenn Berlin also heute schon reich ist, dann ist die Stadt reich an Potenzialen. Diese müssen konsequenter als bisher ausgeschöpft werden. Denn wenn Berlin sein wirtschaftlichen Chancen noch konsequenter ausschöpft, dann können wir die Stadt vielleicht wirklich einmal stolz „reich und sexy“ nennen. Darauf sollten wir alle hinarbeiten.

Der Autor ist Präsident der Berliner Industrie- und Handelskammer.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 23.09.2009)
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Kommentare [ 26 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von lfniederer lfniederer ist gerade offline | 23.9.2009 8:47 Uhr
Erfrischend!

Was für ein erfrischender Artikel! Genauso muss man über diese Stadt auch sprechen, und den ewigen Nörglern und Motzern Paroli bieten. Viele der hier lebenden Nörgler, wie auch viele der auswärtigen Kritiker Berlins, aus deren Worten oft Neid,Missgunst und manchmal auch reine Boshaftigkeit spricht, sollte man viel öfter derartig offensiv entgegentreten. Ein großer Teil der Kritiker hat keine Ahnung in Bezug auf tatsächliche Zahlen, sowie die positiven Entwicklungen und Fortschritte, die diese Stadt in den letzten 20 Jahren gemacht hat. Vieles wird gespeist aus Halbwissen, Klischees und widerlegbaren Vorurteilen.

Ich bin absolut positiv gestimmt, was die Entwicklung und die Zukunft dieser Stadt betrifft. Man muss mit anpacken und selbst als "Botschafter" Berlins tätig sein. Ich bin viel in Europa und auch in den USA unterwegs - und überall wo ich hinkomme, erweckt der Name Berlin ein großes Interesse und übt eine Faszination aus, die manchmal geradezu unheimlich erscheint.
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von psylon psylon ist gerade offline | 23.9.2009 14:45 Uhr
@iffiederer
Sie wohnen wohl noch nicht lange genug in der Stadt. Ich liebe meine Stadt; sie hat sich aber ausgesprochen negativ entwickelt. Es ist schön, wenn die Hülle glänzt; der Kern ist leider faul von Bakterien besudelt!
Trotzdem würde ich hier nie wegziehen und trotze den Umständen (bes. d. politischen Umständen und dem bes. Gewaltproblem der Linksfaschisten) mit Berl. Humor.
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von lfniederer lfniederer ist gerade offline | 23.9.2009 16:57 Uhr
Stimmt nicht so ganz....
@psylon: Habe von 1984 bis 1998 in Berlin gewohnt. Dann von 1998 bis 2007 in Kalifornien - und jetzt wieder seit 2007 in Berlin. Kenne Berlin (West) also vor Mauerfall, war bei Mauerfall anwesend, dann in der Zeit, in der ich in Kalifornien gelebt habe, meist 2 mal im Jahr zu Besuch in Berlin. Denke also, dass ich lange genug in der Stadt bin, oder? :-) Daher weiß ich auch zu gut, wie sehr der Berlin es liebt zu motzen. Daran gewöhnt man sich im Lauf der Zeit...
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von pfauenauge7 pfauenauge7 ist gerade offline | 23.9.2009 10:48 Uhr
So viele Augen
haben Sie gar nicht, wie Sie beim ÖPNV zudrücken müssen ("und ein gut ausgebauter und – drücken wir jetzt einmal beide Augen fest zu – funktionierender öffentlicher Nahverkehr"). Ich warne vor dem Schönreden der Berliner Defizite. Viele der "Zukunftsunternehmen" hängen am Fördertropf und wären alleine noch lange nicht lebensfähig. Auch die 22.700 Gewerbeanmeldungen bei 18.200 Abmeldungen sind nicht überwältigend. Selbst wenn Berlin über viele Jahre hinweg eine bessere Wachstumsdynamik als andere Länder/Regionen/Städte haben sollte: Der Ausgangspunkt ist so mies, dass sich die Auswirkungen erst in einem Jahrzehnt wirklich positiv bemerkbar machen werden. Es sei denn, der rot-rote Senat und die Gewerkschaften bremsen noch "effektiver".
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von zurueckschnauzer zurueckschnauzer ist gerade offline | 23.9.2009 11:08 Uhr
Geht es etwas konkreter???
Auch ich würde viel lieber in einem Berlin wohnen, welches reich und sexy ist. Die positiven Ansätze. die Herr Schweitzer hier schön aber zum Glück nüchtern beschreibt, sind durchaus ein Hoffnungsschimmer!
Aber noch schimmert es schwach und ich hoffe auch sehr, dass die Standortfaktoren, die Berlin helfen, wie die noch GUTEN Hochschulen & Forschungseinrichtungen, die umfangreichen Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, der Nahverkehr erhalten bleiben und den Weg der Berliner S-Bahn gehen.

Der letzte Absatz hingegen hat mich sehr enttäusch!!
Denn ich hatte den Artikel vorallem deswegen gelesen um zu erfahren:

- Welche sind die wichtigsten der "Reihe von Problemen, die einer kreativen und innovativen Lösung harren" (mal abgesehen von Wowereit, Wolf, J-R & Co.)?

- Wie könnten die Lösungen aussehen? Hat die IHK dazu denn Lösungsvorschläge oder Konzepte??

- Wie kann Berlin denn seine "reichen Potentiale" konsequenter als bisher ausgeschöpfen und seine wirtschaftlichen Chancen besser nutzen???

Herr Schweitzer, m.E. fehlt das wichtigste und interessanteste an Ihrem Beitrag! Fortsetzung folgt???
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von karl_bold karl_bold ist gerade offline | 23.9.2009 11:13 Uhr
Gähn
Es hätten noch weiter gelobt werden können:

- Internationalität in Neukölln
- Flexibilität mit 400-Euro-Kräften und
- Kommunikationsfähigkeiten von Call-Center-Leiharbeitern

Fällt der IHK wirklich nichts besseres mehr ein?
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von changnoi changnoi ist gerade offline | 23.9.2009 11:35 Uhr
kann ich von aussen
nur bestaetigen, wenn ich den leuten (expats in thailand ) hier erzaele ich komme aus Berlin, kriegen vor allem amerikaner leuchtende augen. (die europaeer waren fast schon alle mal da und fanden es durch die bank grossartig und dueutschland waere ja ganz anders als sie sich das vorgestellt haetten etc- da bremse ich dann auch schon mal, .... ahem), aber mein amerkanischer buddy hier, der ist journalist und geht demnaechst in den Irak - "than i'm closer to Berlin" dem muss ich alles erzaehlen was ich weiss und noch viel mehr - selbst mein freund Mosche aus Israel, wuerde gerne nach berlin kommen, aber leider fehlt ihm das geld, trotz der so guenstigen lebenshaltungskosten, da sag ich mal sehr guenstig auf hohem niveau. stimmt aber, und ich freue mich denn wir haben es immer gewusst - Berlin hat was - das ganz gewisse etwas - was andere eben nicht haben - und noch ein bischen mehr.

die "unheimliche faszination", - das stimmt, da vermischt sich die faszination des boesen der vergangenheit, das vermeintlich libertinoese aktuelle nachtleben zu einer melange, die mir auch unangenehm wird . das ist aber jetzt ne andere baustelle.

Goethe, der alte durchblicker, schreibt sinngemaess ueber den roemischen karnevall: "Am hoechsten dann die lust reizt, wenn sie sich dicht an die gefahr schmiegt, und in ihr inniglich suesse empfindungen erzeuget." SO leuchtet BERLIN nach aussen.
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von changnoi changnoi ist gerade offline | 23.9.2009 11:58 Uhr
hatte ich vergessen..
berlin wird immer schoener je weiter du dich entfernst... hoert auf zu jammern :-)
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von lfniederer lfniederer ist gerade offline | 23.9.2009 12:18 Uhr
Wie erwartet....

die üblichen Motzer und Nörgler fangen schon wieder an sich auszulassen. Hatte nichts Anderes erwartet. Auf manche Leute kann man sich einfach verlassen. :-)
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von kreuzbergerjunge kreuzbergerjunge ist gerade offline | 23.9.2009 12:34 Uhr
Im Ausland hat man längst erkannt,
welch riesige Potenziale und welch tolles Lebensgefühl Berlin hat. Leider sind es die Deutschen, die das noch nicht kapiert haben oder nicht kapieren wollen. Seit Jahren verharren die Deutschen in ihrer Provinzdenke und versuchen, den Aufstieg Berlins mit aller Kraft zu verhindern. Ausgerechnet hier will man die eigene Hauptstadt nicht anerkennen. Voller Neid schaut man nach Berlin und versucht, die Stadt kleinzuhalten. Der Artikel beschreibt auf anschauliche Weise, dass diese Taktik auf die Dauer nicht funktionieren wird. Berlin hat eine weltweite Anziehungskraft, die durch die Neider aus der Provinz nicht aufgehalten werden kann. Also zieht euch lieber alle zusammen warm an, Berlin ist am kommen!!
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von lfniederer lfniederer ist gerade offline | 23.9.2009 15:48 Uhr
100%
@kreuzbergerjunge: Absolute Zustimmung - als Deutsch-Amerikaner mache ich die gleichen Erfahrungen. Aber viele in der so genannten deutschen Provinz scheinen es nicht zu begreifen oder begreifen zu wollen,

@juergenspiegel: Das durfte ja nicht fehlen, der kleine voraussehbare Beitrag zu BBI. :-)
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von lear lear ist gerade offline | 23.9.2009 14:18 Uhr
Das nächste Jahrzehnt wird ein ununterbrochener Aufstieg
Schön, dass die IHK nun auch Zukunftsfelder wie die Kreativwirtschaft entdeckt hat und aussprechen kann. Das war bis bis vor kurzem noch nicht auf derem Radar, genauso wie die Tourismus und Messewirtschaft.

Auch schön ist, dass frei von Leber weg die Stärken der Metropole identifiziert werden. Das könnte in allen relevanten
Berliner Medien noch häufiger geschehen.

Berlin wird mit der Installation von BBI in nahezu allen Standortfaktoren Weltklasse anbieten können. Dann ist es nur noch eine Frage der Zeit bis sich Neuansiedlungen ergeben.

Ich rechne im nächsten Jahrzehnt mit einer Ansiedlungswelle von vielen internationalen Konzernen, die hier ihre Dependancen einrichten werden. Insbesondere die Kreditwirtschaft wird kaum um Berlin herumkommen hier ein stärkeres Standbein aufzubauen. Auch Hauptsitze deutscher Unternehmen werden darunter sein, zumindest in den Industrien für die Berlin schon heute steht.

Nicht zuletzt der permanente Zuzug und das Verbleiben Hochqualifizierter werden die vorhanden Unternehmen wachsen lassen....
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von juergenspiegel juergenspiegel ist gerade offline | 23.9.2009 14:21 Uhr
Herrn Schweitzers positive Sicht reißt leider nicht jeden mit
Die Stadt wirkt eben nicht in dem Sinne dynamisch, dass man spürt, sie nutzt ihr Kapital und zieht damit andere an. Es interessiert z. B. sehr wenig, was auf Tempelhof Flughafen hinkommt oder auf Tegel - weil nichts vom Bedarf her hinzudrängt, nirgends Politik dahinter ist. Herauskommt überall das gleiche, ob auf Zentralviehhof-Gelände oder sonstwo. Riesenflächen und alles erscheint leider wie zusammengebastelt.
Das Beispiel Neubauflughafen zeigt mir Berlins „Tragik“ am deutlichsten. In Frankfurt steckt beim Neubau POLITIK dahinter, da soll der Standort in seiner Bedeutung als interkontinentales Drehkreuz hinzugewinnen.
Hier hat man nicht einmal einen Begriff von sich als Regierungssitz, um für den Neubau den Drehkreuzstandort Sperenberg zu fordern, wo man noch Fraport/Lufthansa als private Mitbetreiber hätte dabei haben können, sondern man lässt sich von neuesten Bedarfsprognosen für den Neubau auf einen Standort mit absolutem Nachtflugverbot zurückdrängen.
Sperenberg wäre Berlin, wie man es sich vorstellt, und wäre mal spannend gewesen, zumal die Lufthansa auch noch Allianz-Flieger im Gepäck hat.
Das Umgekehrte kommt heraus: Fraport ist vom Neubau-Hauptstadtflughafen Schönefeld völlig unbeeindruckt und setzt mit seiner Erweiterung im Segment Interkontinental voll dagegen.
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von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 23.9.2009 14:22 Uhr
was ist
denn mit Herrn Schweitzer und der IHK los? Vor kurzem noch die schlimmsten Beschimpfungen und Verunlimpfungen Berlins, und jetzt das. Ist Herr S. mal in sich gegangen?
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von southcross southcross ist gerade offline | 23.9.2009 15:37 Uhr
uwemohrmann
ja, ist doch gut. endlich mal einer aus der wirtschaft, dem man nicht nachsagen kann, er wäre ein senatsfanatiker, der die politik in dieser stadt nicht schlechtredet.



Zitat von herr schweitzer


So verzeichnet Berlin seit 2005 durchgängig einen Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung – und zwar den stärksten Anstieg unter allen Bundesländern. Das Wirtschaftswachstum liegt seit 2007 über dem Bundesdurchschnitt.



Wo ist eigentlich der Drachenflieger, der immer genau das Gegenteil davon behauptet? Für andere bricht ne Welt zusammen, er wird wohl wieder Nick wechseln ;-)



Zitat von Herr Schweitzer


... unter den 25 führenden Regionen mit aussichtsreichen Branchen den zweiten Platz.....
Auch bei Existenzgründungen ist Berlin nach wie vor Gipfelstürmer: Berlin hat den höchsten Anteil an Selbstständigen und die höchste Gründerquote aller Bundesländer: Im ersten Halbjahr 2009 wurden in Berlin 22 700 Gewerbe angemeldet. Davon waren 20 000 Neugründungen. Das sind zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Gewerbeabmeldungen stiegen zwar etwas stärker an, nämlich um 15 Prozent auf gut 18 200 Fälle. Doch der Saldo bleibt positiv.



Und wo ist eigentlich unser Taxifahrer, der immer über verlorene Arbeitsplätze fabuliert?



Zitat von Herr Schweitzer


Die Mieten, das Lohnniveau und die Lebenshaltungskosten sind für eine Metropole von Weltrang einfach unschlagbar günstig....
Hinzu kommen eine sehr gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ein hoher Freizeitwert der Stadt



Wo sind nun alle die, die meinen dieser Senat wird 2011 abgewählt?
Oder anders: Warum sollte AUSGERECHNET die CDU in dieser Stadt was werden?

So manche sollten wohl mal anfangen ihre Tiraden mit der Stirn zu schreiben - mit der Stirn auf die Tastatur einhämmern und sich schwarz ärgern ;-)
Comment
von fantasia fantasia ist gerade offline | 23.9.2009 15:53 Uhr
@uwemohrmann
Herr Schweitzer hat vielleicht einfach mal ein paar Zahlen zur Kenntnis genommen und ist zwei Tage mit offenen Augen durch Berlin gelaufen. Wenn es bei ihm geklappt hat, dann kann man ja hier im Forum auch noch Hoffnung haben, wobei einige Kommentatoren ja schon wieder bewiesen haben, dass Fakten ihnen egal sind.
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von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 23.9.2009 16:34 Uhr
fantasia u south
Bin ja auch froh, das auch solche Menschen mal Einsicht zeigen und lernfähig sind. Ne south, da wirst wohl vergebens warten, wenn es was positives gibt bestimmt nicht. War ja bei den beide genannten Studien auch nicht der Fall.
Comment
von lfniederer lfniederer ist gerade offline | 23.9.2009 16:39 Uhr
@Fantasia und @ kb
@Fantasia: Da würde ich mir nicht allzu große Hoffnung machen, denn die Berufsnörgler toben sich ja schon wieder hier aus. :-)

@kb: Sie scheinen den Artikel nicht aufmerksam gelesen zu haben. Er spricht von Potenzial und auch von den sich abzeichnenden Entwicklungen.

Außerdem ist es für Berlin ja gut, dass die Mieten und Löhne noch niedriger als anderswo sind. Das ist einer der großen Vorteile. Und die Zahlen, die Herr Schweitzer liefert, sind belegbar und nicht aus der Luft gegriffen. Aber, manchmal scheint es vollkommen egal zu sein, was man sagt - es wird immer dagegen argumentiert, offensichtlich aus Prinzip.
Comment
von yellow yellow ist gerade offline | 23.9.2009 15:48 Uhr
Schweitzer
Brauchte Herr Schweitzer erst Prognos und Handelsblatt um seine kürzlich geäußerte negative Kritik an Berlin zu revidieren? Wirft kein gutes Licht auf die IHK!
Comment
von kb kb ist gerade offline | 23.9.2009 16:04 Uhr
Wenn Berlin wirtschaftlich so toll wäre,
dann hätte es gewiss keine niedrigen Mieten und keine niedriges Lohnniveau. Ist eine ökonomische Binsenweisheit. Aber was versteht die IHK schon von der Ökonomie?
Comment
von guderian guderian ist gerade offline | 23.9.2009 18:27 Uhr
Nichts!
Es ist noch keine vier Monate her, da hat derselbe Eric Schweitzer die Modemesse Bread&Butter übel beschimpft, was ihr denn einfiele, einfach das gesamte Flughafengelände in Tempelhof zu mieten und Berlin wieder zur deutschen Modehauptstadt (tschüss Düsseldorf) zu machen. Selbst der Berliner Hotel- und Gaststättenverband sah sich damals gezwungen, die rückkehrende Messe gegen allzu harte Kritik der IHK zu verteidigen. Seit Eric Schweitzer im Amt ist, macht er nichts anderes, als den Rot-Roten Senat und mit ihm die ganze Stadt schlecht zu reden. Und nun eine komplette 180° Wende? Das ist in etwa so glaubhaft, als würde die SPD Wahlkampf gegen die Agenda 2010 machen. Oder die CDU Wahlkampf für den sofortigen Atomausstieg. Natürlich wächst Berlin in den angesprochenen Branchen, aber nicht wegen sondern trotz der IHK.
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von denharrow denharrow ist gerade offline | 23.9.2009 18:03 Uhr
Berlin kommt an
Zur Zeit organisiere ich gerade die große ITALO DANCE PARTYim November in Berlin. Dabei habe ich mit vielen internationalen Gästen, die nach Berlin zur Fete kommen wollen und auch direkt mit den auftretenden Stars wie DEN HARROW, SOUNDLOVERS, TALEESA oder LUCA ZETA zu tun. Einstimming wird Berlin als tolle Stadt bezeichnet, einige Italiener bleiben extra länger oder kommen früher, um die - wie sie sagen - einzigartige kulturelle Szene Berlins zu erleben, Sightseeing zu machen. Unsere Metropole ist hip.
Würde die Party in einer anderen Stadt durchgeführt werden, würden Einige nicht teilnehmen.
Da sagt neben allem Wirtschaftlichem auch etwas über die Anziehungskraft der Stadt aus - und ob es einigen Forumsfreunden hier nun paßt oder nicht..........das verdanken wir ( auch ) Klaus Wowereit.
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von suedwestberliner suedwestberliner ist gerade offline | 23.9.2009 18:34 Uhr
keine wirtschaft keine verluste
"Jedenfalls sieht es bisher so aus, dass die Wirtschaftskrise Berlin weniger hart getroffen hat als andere Länder." ja wenn man keine großen industriekonzerne mehr hat kann man auch keine verluste einfahren...
wen haben wir denn noch in der produktion? ein winziges überbleibsel siemens, n bisschen benz n bisschen bmw
so kann man sich die krise natürlich auch schön reden
aber zum glück haben wir ja den tourismus! danke rot-roter senat. danke.
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von macthepirat macthepirat ist gerade offline | 23.9.2009 19:07 Uhr
Ähem
manch nachrechnen: 22700 Anmeldunge abzüglich 18200 Abmeldungn= Rest 4500.... Hm, wieviele Beschäftigte in diesen Betrieben, welches Lohnniveau? N bißchen mehr Fakten bitte. -
Ich glaub erst das Berlin wieder reich ist wenn die Arbeitslosenquote auf 1-2% gesunken ist, wenn auch der letzte ungelernte Arbeiter wieder einen anständigen Job bei anständigem Lohn hat. - @Croce del Sur: Kann es sein das ich Arbeitsplätze etwas weiter fasse als sie? Und das mit dem Lohnniveau wesentlich enger sehe? Für mich ist ein 4,50 Job als Hilfskellner bei ner Party, auch wenn man das 30x im Monat macht, kein Arbeitsplatz, das ist ein Nebenjob, to much to die, to less to life, its only survive. Ist ja ganz schön wenn irgendwelche Studis von der Kunsthochschule oder aus dem Marketing ihre eigenen Buden aufmachen und mal eben 100000 im Jahr machen. Was ist aber mit den 10, 20, 30 Menschen um die vierzig, fünfzig Jahren die den Kitt aus ihren Fenstern fressen? Jenen Leuten die weder Ausbildung noch Fähigkeit haben sich eine Existenz aufzubauen? - Ich hab manchmal echt den Eindruck sie sind Guido Westerwelles Neoliberaler Bruder.
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von heiko61 heiko61 ist gerade offline | 23.9.2009 19:57 Uhr
Was ist denn mit der IHK los?
Das erste Mal kann ich bei einer Äußerung der IHK zustimmen. Wenn Herr Schweitzer nun noch zur Ankurbelung des Aufschwungs in der Stadt die Einführung eines Mindestlohnes fordert, ist er dort angekommen, wo eine IHK meiner Meinung nach hingehört.
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von ThomasP. ThomasP. ist gerade offline | 23.9.2009 21:54 Uhr
Berliner und Berlin ????
Ich finde die Menschen in Berlin sind offen und fassettenreich wie eine Blumenwiese im Sonnenschein. Eben kein humanes Städteinventar in grau. Neuere Architektur in Kalt aus Beton, Glas und Stahl ist der Kontrast in Extrem.
Bitterste Armut bei Menschen steht oft neben Zeugnissen der üppigsten Verschwendung. Der finanzielle Ruin wurde zu spät abgewählt und die Nachwirkungen sind nicht zu vertuschen.
Das Buch hat in Berlin eine Bedeutung und ist dem Besucher der S- Bahn fährt ein Augenmerk.
Das Länder immer mehr Aufgaben übergebraten bekommen und der Bund die Mittel schleift ist eine Unterwanderung der Bundesaufgabe Sozialstaat nach GG. Das lähmt auch Berlin in der sozialen Entwicklung. Der erschwingliche Zugang zur Kultur die mit Steuergeldern finanziert wird, ist gut organisiert, viel gerechter als anderswo und sucht Nachahmer in allen Bundesländern. Für zusätzliche Einkommensplätze wurde ein öffentlich geförderter Beschäftigungssektor in das Leben gerufen, der den Namen Einkommensplatz gerecht wird. Ein guter Tropfen, aber ein Zeichen tatsächlichen Bemühens seitens der Politik ohne nur über Schaffung zu schwafeln und es den priv. Bereichen zu überlassen, auf die der Einfluss gleich 0 ist. Es pendeln viele Einkommensbezieher aus anderen Bundesländern in die Stadt wo Potentiale leben.
Auch die Zahl der Kleingewerbetreibenden ist Gebietsweise gesund entwickelt, bereichert, ernährt Familien und ist noch nicht von Handelsoligarchen vertikalisierend in die Wettbewerbslosigkeit geschliffen.
Unternehmen der Daseinsvorsorge, Versorgungsmedien und Verkehr für den Mensch sollen zur Wahrnehmung der Schulaufgaben nicht aus der Hand gegeben bzw. zurückgeholt werden.
Das wichste in der Stadt ist der Mensch, was oft in einigen Betrachtungen unter den Tisch gekehrt wird.

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