Meinung : Angst vor dem Examen

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Gibt es etwa Bundesländer, die Schwächen ihrer Schulen noch immer in Nebel hüllen wollen? Viel zu lange hat Deutschland sich vor Schulleistungsvergleichen gedrückt. Nach Pisa indes haben die Kultusminister versprochen, dass fortan alles auf den Tisch kommt. Im November wird nun der zweite Teil der deutschen PisaStudie veröffentlicht. Pisa-Chef Manfred Prenzel hat vorgeschlagen, diesmal alle Schultypen an der üblichen Pisa-Skala auszurichten, selbst wenn eine Hauptschule in Bayern etwas anderes ist als in Berlin. Die Länder sollen möglichst viel über sich erfahren. Doch einige wollen sich lieber mit weniger begnügen. Die SPD in Schleswig-Holstein wie die CSU in Bayern berufen sich auf jenen Vertrag, in dem die Kultusminister den Forschern Länderleistungsvergleiche verbieten. Wie peinlich! Die Schulpolitiker formulieren selbst die Bedingung für die Überprüfung ihrer Leistungen, Böcke werden zu Gärtnern. Will nicht gerade die Union ganz auf den föderalen Wettbewerb setzen und den Bund aus der Schulpolitik drängen? Der Vertrag will aber den Wettbewerb bremsen. Die Landespolitiker machen eine schlechte Figur. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf zu erfahren, wie gut die Schulen und die Schulpolitik sind. akü

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