Meinung : Anleitung zur Vorteilsnahme

DIE KRANKENKASSENBEITRÄGE STEIGEN WEITER

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War da nicht was? Keine vier Wochen ist es her, dass sich Sozialministerin Ulla Schmidt zur Jeanne d’Arc aufschwang und vorgab, für die Rechte der Beitragszahler in der gesetzlichen Krankenversicherung ins Feld zu ziehen. Sie verordnete den Beteiligten im deutschen Gesundheitswesen ein Notsparprogramm und versperrte den Besserverdienenden die Flucht aus dem Umlagensystem. Sie versprach, die Beitragssätze der Krankenversicherungen relativ stabil zu lassen und im nächsten Jahr grundlegende Reformen in Angriff zu nehmen. Vielleicht wird alles doch noch gut, dachten da die Pflichtversicherten. Ein fataler Irrtum. Denn nun werden die Beiträge wohl noch weiter ansteigen. Kaum verkündete Schmidt ihr Sparprogramm, gehen die Ärzte ihren altbekannten Weg. Für das kommende Jahr wollen sie den Kassen ein Arzneimittelbudget abringen, das rund sechs Milliarden Euro über dem des laufenden Jahres liegt. Und die Erfolgschancen stehen nicht mal schlecht, denn die Kassenärztliche Vereinigung hat das Verhandlungsmonopol mit den Kassen. Geißeln darf man die Ärzte dafür nicht. Denn sie bewegen sich, wie alle anderen auch, in einem System, das die falschen Anreize setzt. Ein System, das mit Billigung der Sozialministerin die Beteiligten geradezu ermuntert, sich den größtmöglichen Vorteil zu verschaffen. Und dem sich die Beitragszahler noch nicht einmal entziehen können. asi

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