Meinung : Anschlag in Israel: Lernen durch Depression

mal

Vielleicht ist es besser so. Vielleicht müssen sich Israelis und Palästinenser eine Zeit lang gegenseitig umbringen. Vielleicht müssen sie verzweifelt sein, rasend vor Schmerz und sich quälen. Vielleicht war es falsch, die Illusion zu nähren, mit ein bisschen Teilung hier und ein paar Umgehungsstraßen dort ließe sich der Konflikt zweier Völker lösen, die beide von ihrem Recht überzeugt sind, auf demselben Territorium leben zu dürfen. Vielleicht ist es richtig von den USA, in diesen Bürgerkrieg jetzt nicht einzugreifen, weil das bloß den Prozess der Erkenntnis verlangsamen würde, dass ihn niemand gewinnen kann. Vielleicht muss ein Maß an Depression entstehen, das für ein radikales Umdenken notwendig ist. Denn außer Hass und Rachegelüsten kann sich vielleicht nur durch fortgesetzte Brutalität die Ahnung ausbilden, dass sich die beiden Völker das Land niemals gemeinsam teilen werden. Zum Friedensprozess gibt es offenbar eine Alternative, zur Teilung des Landes nicht. Zur Not ohne historische Fotoszenen vor dem Weißen Haus, zur Not mit Mauer, Stacheldraht, Wachposten. Eine furchtbare Vorstellung, vielleicht eine realistische.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben