Meinung : Anstand und Scham

„Die Moralapostel und ihr

Bundespräsident“ vom 11. März

Ihre „Mon Berlin“-Kolumne hat uns begeistert. Endlich ein Beitrag, der die

Kampagne gegen den Ex-Bundespräsidenten unserer Meinung nach richtig einschätzt und der deutschen „Journaille“ den Spiegel vorhält: Wulff wurde ja wirklich „gnadenlos exekutiert“, und mit

„fast sadistischer Freude“ hat man ihm „den letzten Tritt versetzt, als er schon am Boden lag“. Es fehlte jede Fairness, stattdessen unablässiges Wiederkäuen der bislang nicht nachgewiesenen Vorwürfe.

Welche Heuchelei von Journalisten, die einerseits zur Treibjagd auf Wulff bliesen, aber zugleich (wie der Tagesspiegel auch zugibt) bereitwillig die ihnen angebotenen Rabatte von Firmen kassieren. Glücklicherweise haben Sie Charakter genug, um sich gegen die

kollektive Selbsterhebung der deutschen Presse zum „Moralapostel“ zu wehren. Danke für Ihren Mut, der „Gefahr, gelyncht zu werden“, die Stirn zu bieten!

Karl F. Schumann, Berlin-Zehlendorf

Der Umgang mit dieser Affäre ist völlig entgleist und leider gibt es anscheinend zurzeit in unserer deutschen Öffentlichkeit keine Instanz, die verhindert, dass eine öffentliche Kritik zu einer Art öffentlicher Hinrichtung wird. Das ist äußerst beschämend und lässt auch für die Zukunft nichts Gutes hoffen. J’ai honte.

Elisabeth Haberland,

Berlin-Reinickendorf

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