Meinung : Anti-Terror-Koalition: Einsturzgefahr

cvm

Zum Thema Online Spezial: Kampf gegen Terror
Hintergrund: US-Streitkräfte und Verbündete
Schwerpunkt: US-Gegenschlag, Nato und Bündnisfall
Schwerpunkt: Osama Bin Laden
Schwerpunkt: Afghanistan
Chronologie: Terroranschläge in den USA und die Folgen
Fotostrecke: Bilder des US-Gegenschlags
Umfrage: Befürchten Sie eine Eskalation der Gewalt? Über schwere Fehler der USA oder hohe zivile Opfer wurde in den ersten fünf Kriegstagen nichts bekannt. Dennoch zeigen sich Risse in der Allianz gegen Terror. Das liegt nicht an dem, was geschieht, sondern daran, wie es wahrgenommen wird. Die Amerikaner behalten sich vor, weitere Länder anzugreifen, falls die bei den Anschlägen halfen oder Tätern Schutz bieten; sie wollen den Terror stoppen. Gemeint ist wohl Irak. Dieser Angriff würde die Koalition jedoch sprengen. Die Europäer müssen zuvor Beweise verlangen, wohl auch einen neuen Beschluss des UN-Sicherheitsrates. Sie denken in den Kategorien des Völkerrechts. Die arabischen Staaten verstehen unter Legitimität etwas ganz anderes. Jordaniens König und Omans Außenminister nannten bei ihren Besuchen in Berlin die gleichen Prioritäten: Erstens dürfe es keine Verbindung zwischen Terror und Islam geben - Angriffe auf Afghanistan nehmen sie hin, weil sie mit dem Taliban-Islam nichts zu tun haben wollen. Zweitens keine Ausweitung der Angriffe auf weitere Länder. Sie machen das nicht davon abhängig, ob Saddam Hussein verwickelt ist. Da geht die islamische Solidarität vor. Drittens spiele die Lösung des Palästina-Konflikts die Schlüsselrolle; Deutschland soll vermitteln. Zwar spricht auch nichts dafür, dass Fortschritte im Nahost-Friedensprozess die Anschläge verhindert hätten, aber die arabische Welt nimmt es so wahr. Und Wahrnehmungen sind in der Politik oft mächtiger als Fakten.

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