Meinung : Appetit auf mehr

AGRAR-KOMPROMISS DER EU

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Im dritten Anlauf haben sich die EUAgrarminister besonnen und doch noch eine Reform zustande gebracht. An der europäischen Agrarpolitik wird die Welthandelsrunde damit voraussichtlich nicht mehr scheitern. Endlich ist Schluss damit, dass selbst Bauern, die das Grundwasser vergiften oder ihre Tiere unter unzumutbaren Bedingungen halten, klaglos ihre Subventionen aus Brüssel bekommen. Künftig müssen sie sich, um Geld zu bekommen, nicht nur an die Gesetze halten, sondern in vielen Fällen höhere Auflagen für ihre Produktion einhalten. Und noch ein anderer Aberwitz wird abgestellt. In Zukunft zahlen die europäischen Steuerzahler nicht mehr dafür, dass die Bauern möglichst viel von etwas produzieren, das dann mit teuren Exportsubventionen vergoldet auf dem Weltmarkt verscherbelt, in teuren Lagerhallen aufgetürmt oder am Ende gar vernichtet wird. Mit der so genannten Entkopplung der Prämien hört dieser Wahnsinn endlich auf. Viel gerechter wird das System allerdings so schnell nicht. Auch in Zukunft werden die Bauern am meisten profitieren, die ohnehin schon am meisten haben. Aber ein Anfang ist gemacht. Ob tatsächlich eine „neue Ära" der europäischen Agrarpolitik begonnen hat, ist damit noch nicht gesagt. Zumindest rollt der Zug nicht mehr vorsätzlich in die falsche Richtung. deh

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