Meinung : Arabische Reaktionen: Nur Arafat handelt

clw

Zum Thema Online Spezial: Kampf gegen Terror
7.10., 18.45 Uhr: Wie der Gegenschlag begann
Hintergrund: US-Streitkräfte und Verbündete
Schwerpunkt: US-Gegenschlag, Nato und Bündnisfall
Schwerpunkt: Osama Bin Laden
Chronologie: Terroranschläge in den USA und die Folgen
Fotostrecke: Bilder des US-Gegenschlags
Umfrage: Befürchten Sie eine Eskalation der Gewalt? Die moderaten arabischen Staaten halten sich bisher mit Kommentaren zum Angriff auf die Taliban zurück. Nur einer handelt: Arafat. Bilder wie die von jubelnden Palästinensern nach den Angriffen auf die USA will er mit allen Mitteln verhindern. So lösten seine Polizisten eine Demonstration für bin Laden gewaltsam auf - zwei Palästinenser wurden erschossen. Schon vor Tagen drohte Arafat den Terrorgruppen im eigenen Lager, sie für Anschläge gegen Israel zur Verantwortung zu ziehen. Jetzt hat er zum ersten Mal Härte gezeigt gegen die Extremisten. Die USA scheinen Arafat mit ihrem neuerlichen Engagement in Nahost und ihrer Bereitschaft zum Konflikt mit Israel überzeugt zu haben: Er setzt wieder auf Verhandlungen und eine Eindämmung des Terrors. Währenddessen schweigen die arabischen Verbündeten der USA - etwa Saudi-Arabien. Und aus dem ägyptischen Außenministerium kommt nur eine dünne Mitteilung, die ein wenig Unterstützung in viele relativierende "aber" kleidet. Wie die Schlange aufs Kaninchen schauen die arabischen Regime auf ihre Bevölkerung, warten ab, woher der Wind weht. Denn: Seit der fast unzensierte Fernsehsender Al Dschesira in der ganzen arabischen Welt empfangen werden kann, haben sie nicht mehr die alleinige Kontrolle darüber, was den eigenen Massen an Information geboten wird. Offenbar haben die arabischen Regime nicht den Mut, der Fernsehbotschaft bin Ladens an die Araber offensiv entgegen zu treten - und überlassen so dem Top-Terroristen das Feld.

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