Meinung : Arbeitsgruppe Heiligenschein

„Klima der Verklärung“ vom 17. Juni

Die Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg hat auf ihrer Tagung im November 1991, während der Bundestag noch über ein Stasi-Unterlagengesetz beriet, die Befragung und Überprüfung ihrer Mitarbeiter beschlossen und dafür einen unabhängigen Ausschuss mit fünf Mitgliedern (vier aus dem Ost-Bereich, darunter zwei von Stasi-Maßnahmen Betroffenen) eingerichtet.

Der Ausschuss hat der Synode regelmäßig ausführlich über seine dreieinhalb Jahre dauernde Arbeit öffentlich berichtet; seine Arbeit ist nie beeinflusst oder beanstandet worden.

Er hat alle Mitarbeiter befragt und nach eigener Bewertung 861 Anträge an den Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen gestellt.

Die erhaltenen Auskünfte und ausführlichen Befragungen der Mitarbeiter haben in elf Fällen zur Empfehlung eines Disziplinarverfahrens geführt; dem ist das Konsistorium nachgekommen.

Die veröffentlichten Berichte sind dem Autor sicherlich bekannt.

Als damaligem Vorsitzenden des Ausschusses interessiert es mich zu erfahren, worauf die Vermutung des Autors beruht, dass die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg nicht an einer „Vergangenheitsaufarbeitung“ interessiert gewesen sei.

Joachim Klasse, Vors. Richter

am Kammergericht, Berlin-Lichterfelde

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