Arbeitskosten im EU-Vergleich : Weniger ist nicht mehr

Im Vorjahr lag Deutschland bei den Arbeitskosten im EU-Ländervergleich im Mittelfeld. Und seit Euro-Einführung sind deutsche Stundenkosten deutlich langsamer als in anderen EU-Ländern gestiegen. Das freut die Arbeitgeber. Zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts hatte Deutschland noch mit hohen Arbeitskosten zu kämpfen und war relativ unattraktiv für Investoren. In der Folge hielten sich die Gewerkschaften bei den Lohnforderungen zurück. Hinzu kam die Agenda 2010. Politisch gewollt wurde der Niedriglohnsektor ausgebaut. Das war gut für die Wirtschaft: Die Wettbewerbsfähigkeit stieg. Für die Beschäftigten aber brachte der Wandel auch einen Anstieg von prekärer Beschäftigung. Diese Entwicklung wiederum verlangsamt die Binnennachfrage und schadet den sozialen Sicherungssystemen. Die Arbeitskosten müssen hierzulande spürbar ansteigen, um die Einnahmen in den Sozialkassen zu erhöhen. Und die EU-weiten Unterschiede in den Leistungsbilanzen können nur ausgeglichen werden, wenn Deutschland als Land mit den größten Überschüssen die Stabilisierung durch mehr Importe unterstützt. Dafür braucht es Kaufkraft und mehr Geld im Portemonnaie. sib

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