Arbeitsmarkt : Gute Zeiten, bessere Zeiten

Trotz positiver Zahlen vom Arbeitsmarkt gibt es einen negativen Beigeschmack: In der Politik wachsen die Begehrlichkeiten, und dabei denken viele zu kurz.

Yasmin El-Sharif

Die Daten rund um den Arbeitsmarkt könnten besser kaum sein. Nicht nur, dass die Arbeitslosenzahl mit 3,4 Millionen im Oktober so niedrig war wie zuletzt 1994. Auch finden immer mehr Menschen einen Job: Mit mehr als 40 Millionen im September wurde sogar die höchste Beschäftigtenzahl seit der Wiedervereinigung erreicht. Zudem macht die Bundesagentur für Arbeit Überschüsse – in Milliardenhöhe. So erfreulich das ist, hat es doch einen negativen Beigeschmack. Derzeit nehmen die Begehrlichkeiten zu: Die einen wollen eine deutliche Absenkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags, die anderen eine Verlängerung des Arbeitslosengelds I für Ältere und wieder andere verlangen eine Erhöhung des Hartz-IV-Satzes. Recht haben sie, die Mehrheit soll am Aufschwung teilhaben – aber nicht so. Denn Gelder schnell zu verteilen, ist zu kurz gedacht. Die Politik sollte lieber langfristig mehr investieren, um auch diejenigen in Arbeit zu bringen, die bisher geringe Chancen hatten. Dazu gehören Jugendliche mit schlechten Schulabschlüssen und viele Ältere. Die „Perspektive 50 plus“ ist ein gutes Beispiel für eine nicht kostenlose, aber durchdachte Arbeitsmarktpolitik. Auch die Einführung eines Bonussystems für überdurchschnittlich ausbildende Betriebe ginge in die richtige Richtung. Davon brauchen wir mehr.ysh

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