Arbeitsmarkt : Vom hohen Sockel

Eine Million offene Stellen - doch die Anforderungen der Betriebe sind für viele Langzeitarbeitslose zu hoch.

Etwa 3,7 Millionen Menschen in Deutschland wollen arbeiten, finden aber keine Stelle. Gleichzeitig haben die Betriebe mehr als eine Million offene Stellen, können sie aber kaum besetzen. Eine Million weniger Arbeitslose – sofort könnte die Quote auf 6,4 Prozent sinken. Die große Koalition würde sich vor Freude in den Armen liegen, das Volk applaudieren. Von der Party sind wir aber weit entfernt. Vor allem sind es die vielen Langzeitarbeitslosen, die keinen Weg auf den Arbeitsmarkt finden. Viele Menschen können die Anforderungen der Betriebe nicht mehr erfüllen. Ihnen entgehen die Gehälter, den Unternehmen entgehen Geschäfte. Zukunftssicherheit sieht anders aus. Der Sockel an Arbeitslosen, die wahrscheinlich auch am Ende dieses Aufschwungs noch in der Statistik stehen werden, ist erschreckend hoch. Das Problem, dass zu wenig aus- und fortgebildet wird – und wenn, dann häufig an den Bedürfnissen der Firmen vorbei –, ist altbekannt. Dass der Arbeitsmarkt immer noch eng ist, zeigt, dass es bislang nicht behoben wurde – auch durch die Hartz-Gesetze nicht. Sie setzen nur die Menschen stärker unter Druck, einen Job zu finden, die dafür qualifiziert sind. Für die schlecht Ausgebildeten sind Politik und Wirtschaft Antworten bisher weitgehend schuldig geblieben. hop

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