Meinung : Arbeitsmarkt: Was wirklich zählt

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Frech sind sie schon. Im Schatten der Aktion Gerster, also des Umbaus und der Neubesetzung an der Spitze der Bundesanstalt für Arbeit, wollen Riester & Co die Statistik der Arbeitslosigkeit verändern. "Ehrlicher" soll sie werden. Wer nicht mehr vermittelt werden will, könnte rausgerechnet werden. Und die Zahlen werden besser? Denkste. Das sagt das Gesetz: Offiziell arbeitslos sind schon jetzt nur die, die arbeitsfähig sind, sich beim Arbeitsamt gemeldet haben und, wie es so schön heißt, der Vermittlung zur Verfügung stehen. Nicht zu den Arbeitslosen zählen Arbeit suchende Berufsunfähige, Schwerkranke, Rentner. Oder Arbeitslose in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Oder arbeitslose Ausländer, die in ihr Heimatland zurückkehren; Beschäftigte, die vorzeitig in Ruhestand gehen; Arbeitslose, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Wenn die Firma Riester also wirklich ehrlich sein will, muss sie alle ohne Job offiziell aufführen - aber dann würden die Zahlen noch erheblich schlechter. Ob das dem Kanzler gefiele? Bestimmt nicht. Und dem Wähler auch nicht.

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