Arbeitsmarkt : Wie betoniert

Paradox: Die Beschäftigung geht durch die Decke, erstmals gibt es mehr als 42 Millionen Jobs in Deutschland. Zugleich scheint die Zahl der Arbeitslosen beinahe wie betoniert. Sie profitieren nicht im selben Maße von der guten Lage auf dem Jobmarkt, am harten Kern der Arbeitslosen geht der Aufschwung weitgehend vorbei. Die Unternehmen stellen lieber Zuwanderer und Berufsrückkehrer ein. Auch die Belebung der Konjunktur, zu der es im kommenden Jahr kommen soll, wird an diesem Trend wenig ändern. Das zeigt, dass sich die Politik viel stärker um die Problemgruppen am Arbeitsmarkt kümmern muss. Gerade in Berlin ist diese Klientel überdurchschnittlich stark vertreten, auch deshalb ist die Joblosen-Quote in der Hauptstadt so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Leider hat die sich sortierende große Koalition anderes im Sinn – einen Mindestlohn. Zwar kann niemand exakt vorhersagen, wie er wirken wird. Es ist aber zumindest wahrscheinlich, dass er die Chancen der Problemgruppen auf einen neuen Job nicht eben befördern kann. Wer einem Langzeitarbeitslosen vom ersten Tag an 8,50 Euro pro Stunde zahlen muss, wird es sich gut überlegen, ob er ihn einstellt – oder die bisherige Belegschaft nicht lieber ein paar Überstunden schieben lässt. brö

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