ARD-Ausstieg aus Tour de France : Schrecken ohne Ende

Die Zuschauer waren es ohnehin leid. Im Radsport und speziell bei der Tour de France fährt die Dopinggewissheit schon zu lange mit. Mit ihrem einstimmigen Votum, die Frankreichrundfahrt vom kommenden Jahr an nicht mehr live zu übertragen, haben die Intendanten der ARD nun zum Befreiungsschlag ausgeholt.

Kurt Sagatz

Die Zuschauer waren es ohnehin leid. Im Radsport und speziell bei der Tour de France fährt die Dopinggewissheit schon zu lange mit. Mit ihrem einstimmigen Votum, die Frankreichrundfahrt vom kommenden Jahr an nicht mehr live zu übertragen, haben die Intendanten der ARD zum Befreiungsschlag ausgeholt. Das ZDF hätte gerne noch länger gewartet, doch nach den jüngsten Fällen bei Stefan Schumacher und Bernhard Kohl haben sich die ARD-Chefs für ein Ende mit Schrecken entschieden – und treffen damit die Stimmungslage nicht nur des eigenen Publikums. Tatsächlich droht nun ein Schrecken ohne Ende. Denn so verständlich die Entscheidung ist: Die Verträge müssen eingehalten werden – pacta sunt servanda. ARD und ZDF haben sich über die Europäische Rundfunkunion verpflichtet, je 3,5 Millionen Euro an den Tour-Veranstalter ASO zu zahlen, um die Frankreichrundfahrten von 2009 bis 2011 zu übertragen. Die Hoffnung der ARD-Juristen zielt auf die Dopingausstiegsklauseln. Das Problem liegt nicht im System, das System ist das Problem. Der Zeitpunkt ist nicht einmal schlecht gewählt, um dies glaubhaft darzulegen. Allerdings: Selbst, wenn das Fernsehen sauber aus der Tour-Berichterstattung rauskommt, hat das Grauen gerade erst angefangen. Ob Wintersport oder die Olympischen Spiele in London – ab jetzt wird jede Sportübertragung bei ARD und ZDF für Albträume sorgen. sag

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