Armut in Berlin : Tödlicher Kreislauf

Arm zu sein, ist nicht sexy – in Berlin genauso wenig wie anderswo. Dass die deutsche Partyhauptstadt die Kapitale der Kinderarmut ist, wirft kein gutes Licht auf das seit einem Jahrzehnt sozialdemokratisch geführte Land. Ein sozialdemokratischer Finanzsenator war es, der das Budget für die Hilfen zur Erziehung drastisch kürzte. Und ein sozialdemokratischer Innensenator hat den Einstellungsstopp durchgesetzt, der die Jugendämter personell ausgetrocknet hat. Sicher, in einem überschuldeten Stadtstaat dürfen Einschnitte im Sozialbudget kein Tabu sein. Im Gegenzug muss aber eine gemeinsame Strategie von Land und Bezirken im Umgang mit der Armut erkennbar sein. Wie sollen Sozialarbeiter einem vernachlässigten oder geschlagenen Kind helfen, wenn sein Ansprechpartner im Jugendamt krank oder mit der Vielzahl der Fälle überfordert ist? Und warum machen manche Bezirke alleinerziehenden Müttern so wenige Angebote, durch vorbeugende Maßnahmen aus dem Kreislauf von Armut, Angst und Gewalt auszubrechen? Ob die kleine Zoe deshalb sterben musste, muss sich erst noch zeigen. Doch die Probleme, die es zu lösen gilt, liegen bereits offen zutage. ball

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