Assads Chemiewaffen : Chirurgisch geht nicht

Der Westen könnte es kaum ertragen, wenn Assad sein eigenes Volk mit Giftwaffen angreifen würde. An der diplomatischen Blockade würde es aber nichts ändern.

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Der Bürgerkrieg in Syrien steht vor einer neuen Stufe der Eskalation. Schon lange warnen die USA das Regime in Damaskus davor, mit dem Einsatz von Chemiewaffen eine „rote Linie“ zu überschreiten. Nach den USA und Russland verfügt es über das drittgrößte Arsenal dieser hässlichen Waffen. Nun haben US-Geheimdienste Hinweise, wonach Assads Militär das Gift für den Einsatz vorbereitet. Die einhellige Reaktion des Westens macht deutlich, dass die Hinweise ernst sind. Amerikanische Spezialkräfte proben laut amerikanischen Medien schon den Zugriff auf die Waffen. Falls Assad zum letzten Mittel greift und sein eigenes Volk vergiftet, könnte es der Westen kaum ertragen, wenn der Diktator nicht gestoppt würde. Doch so moralisch gut begründet eine Intervention wäre, sie würde weder die Blockade in den UN auflösen noch die strategischen Interessen der Assad-Freunde in Moskau und Teheran verändern. Russland und der Iran warnen schon vor der Stationierung der Patriots in der Türkei. Ein „chirurgischer“ Schlag gegen die Chemiewaffen birgt das hohe Risiko der Ausweitung: Und auch deutsche Soldaten stehen bald direkt an der syrischen Grenze.

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