Asyl für Homosexuelle : Verstecken verboten

Die Gleichstellungsdebatten auf Höchstniveau lassen vergessen, dass Homosexualität in Dutzenden Ländern strafbar ist. Europa muss für diese Verfolgten ein Schutzraum sein, hat der Europäische Gerichtshof jetzt in erwarteter, aber nicht allgemein selbstverständlicher Klarheit kundgetan. Den Männern aus Sierra Leone, Uganda und dem Senegal, die in den Niederlanden Zuflucht gesucht hatten, hielten die Behörden noch entgegen, sie könnten sich in der Heimat unschwul verhalten, dann würde man sie schon in Ruhe lassen. So geht es nicht. Das Luxemburger Gericht hatte bereits geurteilt, dass aus religiösen Gründen Verfolgte nicht mit dem Hinweis abgelehnt werden dürften, sie könnten zu Hause heimlich beten. Für die sexuelle Identität hat das Gleiche zu gelten; man muss sein Leben leben können. In Deutschland sind wir im Prinzip seit einem Vierteljahrhundert so weit, seit sich das höchste Verwaltungsgericht durchgerungen hat, Menschen mit „irreversibler, schicksalhafter homosexueller Prägung“ Asyl zu gewähren. Trotzdem blieb das Justiz- Outing, wie schon das Sprachgewürge zeigt, ein schamhafter Akt. Er könnte jetzt normaler werden. Ein Homo-Ansturm wird ausbleiben. Die Anerkennungshürden liegen weiter hoch. neu

0 Kommentare

Neuester Kommentar