Meinung : Asylbewerber: Aus eigener Kraft

M.G.

Es klingt wie ein Wunder: Die öffentlichen Kassen sparen 900 Millionen Mark und 120 000 Menschen bekommen wieder eine neue Lebensperspektive. Seit gestern ist dies Realität. Durch den Asylbeschluss des Kabinetts dürfen Asylbewerber künftig in Deutschland arbeiten und sind nicht mehr zum Däumchendrehen gezwungen. Nach einem Jahr Wartezeit verdienen sie ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft und liegen den Kommunen nicht mehr auf der Tasche. Die Kämmerer sparen Sozialhilfekosten, die deutsche Wirtschaft findet leichter Personal - allein im Gaststättengewerbe fehlen 80 000 Arbeitskräfte. Umgekehrt sind zehntausende ausländischer Flüchtlinge nicht länger verurteilt, über das ganze Land verstreut in Asylbewerberheimen herumzusitzen. Zur Arbeit zu gehen ist in der modernen Gesellschaft eine Hauptquelle sozialer Bindungen. Darum fördert das neue Gesetz auch die Integration, erleichtert den Kontakt zwischen Flüchtlingsfamilien und Bevölkerung. Untätigkeit dagegen lässt die menschlichen Beziehungen verkümmern, genauso wie die beruflichen Fähigkeiten. Darum war der gestrige Schritt überfällig. Und er ist klug.

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