Atomwaffen : Gemeinsame Not

Billiger wäre es gewesen, die Atomwaffen drastisch zu reduzieren oder sie gar abzuschaffen. Aber davon sind Großbritannien und Frankreich noch weit entfernt.

Helmut Anschütz

Ihre Arsenale gehören zur nationalen Identität, und viel mehr ist vom ehemaligen Großmachtstatus beider Länder ja auch nicht übrig. Daher gab es bisher in keinem der beiden Länder eine Debatte, ob man die Atomwaffen wirklich noch braucht. Auf den Status Atommacht wollen bisher weder London noch Paris verzichten. Doch der Rotstift ist erbarmungslos. Und weil drastisch gespart werden muss, wollen die beiden so stolzen Nationen nun bei der Wartung ihrer Atombomben zusammenarbeiten und Flugzeugträger gemeinsam benutzen. Not macht eben erfinderisch und lässt zusammenrücken. Da müssen selbst nationale Egos und Empfindsamkeiten zurückstehen. Immerhin wird durch diese ungewöhnliche Kooperation erst möglich, das eigene Atomwaffenarsenal aufrechtzuerhalten. Daher ist die Welt einer atomwaffenfreien Zone an diesem Tag nicht nähergekommen. Dennoch ist es ein Fortschritt: Die Verzahnung Europas schreitet unaufhaltsam voran, wenn man bedenkt, dass Frankreich erst im vergangenen Jahr in die Militärstrukturen der Nato zurückkehrt war.

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