Meinung : Auf Augenhöhe

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Beim EU-Gipfel in Nizza vor einem Jahr litt das deutsch-französische Verhältnis unter dem Streit über das künftige Gewicht der beiden Staaten in Europa. Seither mühen sich beide, Deutsche und Franzosen, bei der Suche nach Punkten der Übereinstimmung. Die gemeinsame Verpflichtung in der Anti-Terror-Koalition könnte genügend Stoff dafür hergeben - sollte man meinen. Deutschland hat aber bislang wenig zum Krieg beigetragen, während eine klare außenpolitische Linie bei Frankreichs Militäreinsatz nicht zu erkennen ist. Nato-Aktionen zur Unterstützung von Hilfslieferungen in Afghanistan lehnt Paris ab. Gleichzeitig befürchtet Frankreich, angesichts der Bonner Uno-Konferenz für Afghanistan, in eine diplomatische Nebenrolle gedrängt zu werden. Tatsächlich können auch die gemeinsamen Erklärungen beim deutsch-französischen Treffen in Nantes nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch längst nicht sämtliches Porzellan, das vor einem Jahr beim EU-Gipfel in Nizza zerschlagen wurde, wieder gekittet ist. Zum nächsten gemeinsamen Projekt haben Berlin und Paris nun eine europäische Verfassung erkoren. Aber auch in diesem Punkt steht der Test auf die Europa-Wirklichkeit erst noch bevor.

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