Meinung : Auf Demontage

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Intrigen, peinliche Auftritte und kleinkarierte Scharmützel – mehr als das bekommen die Berliner derzeit nicht von der CDU geboten. Der Landesvorsitzende Joachim Zeller wird stückweise demontiert, und den jungen Fraktionsvorsitzenden Nicolas Zimmer nimmt in der ChaosTruppe keiner mehr ernst. Manchen Parteifreunden ist inzwischen jede Gelegenheit recht, die Autorität des Landesvorsitzenden zu beschädigen. Selbst das sensible Thema, wie man des Kriegsendes am 8. Mai gedenken soll, wurde nach der peinlichen Entgleisung der CDU im Bezirk Steglitz-Zehlendorf genutzt, um die Schwäche der Parteispitze zu demonstrieren. Die Partei zeigt nahezu täglich, dass sie den abrupten Machtverlust nach dem Bankenskandal 2001 noch nicht verarbeitet hat. Kein Wunder, dass nun die Bundespartei unruhig wird. Immerhin wird 2006 nicht nur im Bund gewählt, sondern auch in Berlin. Angesichts der aggressiven Selbstbeschädigung ist es bemerkenswert, dass die führungs- und profillose Partei in der Wählergunst trotzdem nur knapp hinter der regierenden SPD liegt. Es gibt also durchaus eine Chance für die bürgerliche Opposition, Wowereits rot-roten Senat herauszufordern – nur wird sie nicht genutzt. Solange statt eines Zukunftskonzepts für die Stadt nur Zwist geboten wird, sind aber alle Überlegungen vergeblich, ein Spitzenkandidat aus der Bundes-CDU könnte helfen. Egal, welcher Name genannt wird, derzeit könnte jeder nur verlieren.gn

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