Auf den Punkt : Alle unschuldig

Moritz Döbler zum 300-Millionen-Fehler der KfW

Moritz Döbler
Moritz Döbler Foto: Kai-Uwe Heinrich
Moritz Döbler, Ressortleitung Wirtschaft -Foto: Kai-Uwe Heinrich

BerlinEs war eine böse technische Panne. Der Computer hat die 300 Millionen Euro an die insolvente Lehman-Bank in New York überwiesen. Einfach so. Kein Mensch bei der KfW-Gruppe trägt auch nur irgendeine Schuld. Nicht der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Wirtschaftsminister Michael Glos aus der CSU, und auch nicht sein Stellvertreter Peer Steinbrück, der Bundesfinanzminister aus der SPD. Um solche Peanuts können die sich doch gar nicht kümmern.

Auch die rund drei Dutzend anderen Mitglieder des erlauchten Kreises, der heute Nachmittag in Berlin tagt, trifft keine Schuld, denn sie sind ja überwiegend Politiker und haben von Swap-Geschäften sowieso keine Ahnung. Insgesamt sieben Bundesminister sind dabei, dazu die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Hessen, Matthias Platzeck und Roland Koch, ferner Gewerkschafter und Wirtschaftslobbyisten, dazu Bauernpräsident Gerd Sonnleitner. Die Opposition ist natürlich auch eingebunden - die Linkspartei hat Oskar Lafontaine entsandt. Der war ja mal Bundesfinanzminister und kennt sich mit Zahlen aus, aber dass er hier etwas ausrichten könnte, wäre wirklich zu viel verlangt. Seit der KfW-Panne ist auch klar, wie es zu dieser blöden Finanzkrise kommen konnte. Die Computer machen, was sie wollen; sie müssen ja keine Steuern zahlen.

Aber warum musste dieser Rechner bei der KfW denn ausgerechnet nach New York überweisen? Die Lehman-Brüder haben sich bestimmt nicht mal bedankt! Man sollte der KfW einfach mal die eigene Kontonummer mailen (info@kfw.de). Vielleicht klappt das ja. 300 Millionen Euro, das wär's.

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