Auf den Punkt : Der Senat muss schnell handeln

Amory Burchard über die Finanzkrise der Berliner Unis

Amory Burchard - Foto: Kai-Uwe Heinrich
Amory BurchardFoto: Kai-Uwe Heinrich

157 Millionen Euro zusätzlich fordern die Berliner Universitäten vom Senat. Das ist viel Geld für ein Land, das sparen muss. Aber es könnte wohl kaum eine bessere Investition geben. Bildung, Wissenschaft und Forschung sind das wichtigste Wachstumspotenzial der Stadt. Für Berlin wäre es eine Katastrophe, würde das Horrorszenario der Uni-Präsidenten wahr: Wenn die Etats nicht aufgestockt werden, könnten 15000 Studienplätze verloren gehen.

Das Geld brauchen die Unis, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können - für die Energieversorgung, Pensionen und Gehälter. Hier sind die Kosten drastisch gestiegen - und sie drohen weiter zu steigen. Hinzu kommt eine Inflationsrate von mehr als drei Prozent. Für all dies erhalten die Universitäten keinen Ausgleich. Im Gegenteil: Freie Universität, Humboldt-Universität und Technische Universität wurden vom Senat gezwungen, von 2003 bis 2009  gemeinsam 75 Millionen Euro zu sparen. Das bedeutete, jeweils um 70 Professuren zu streichen und Fächer zu schließen. Und das war bei weitem nicht die erste Sparrunde. Solche Einschnitte kann das Bund-Länder-Programm zum Aufbau zusätzlicher Studienplätze nicht heilen - und die zusätzlichen finanziellen Risiken durch ständig steigende Kosten schon gar nicht. Trotzdem hat die Freie Universität vor einem Jahr den Sprung in den Kreis der neun Eliteunis geschafft. Und auch die anderen sind als Forschungsuniversitäten erfolgreich.

Um diese Entwicklung nicht zu gefährden, muss der Senat jetzt schnell handeln - und nicht endlos verhandeln. Es geht um die Zukunft der Berliner Wissenschaft. Und es geht um die Zukunft der Landeskinder, denen eine faire Chance auf einen Studienplatz in Berlin geboten werden muss.

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