Auf den Punkt : Der Wettkampf danach

Friedhard Teuffel zu Olympia und Doping

Friedhard Teuffel
Fried Teufel
Friedhard Teuffel, Reporter beim Tagesspiegel -Foto: Doris Spiekermann-Klaas

BerlinBei Olympischen Spielen sollte es keine Schlussfeier mehr geben. Denn Olympische Spiele gehen nicht einfach zu Ende. Noch immer läuft ein Wettkampf, der inzwischen zur Kerndisziplin geworden ist, der zwischen Dopingbekämpfern und Dopingbetrügern. Und wie immer werden viele Betrüger ungestraft davonkommen. Das liegt nicht etwa am Schicksal, es liegt auch an der Schlafmützigkeit des IOC, des Internationalen Olympischen Komitees.

Das IOC hatte sich in Peking für sein eigenes Kontrollprogramm auf die Schulter geklopft. Es sei das beste, tollste und größte der Welt gewesen. Jetzt kommt heraus: Es war auch besonders lückenhaft. Die Hälfte aller Länder war nämlich gar nicht richtig einbezogen. Sie haben dem IOC nicht mitgeteilt, wo sich ihre Athleten gerade aufhalten. Wie sollten die Kontrolleure sie also finden? Doch anstatt die Verbände dafür zu bestrafen, hat das IOC lieber geschwiegen. Das hat jetzt die unabhängige Beobachtergruppe der Welt-Anti-Doping-Agentur aufgedeckt.

Zweites Versäumnis: Das IOC ließ die Proben nicht auf Insulin untersuchen. Dabei ist das eine Modedroge im Sport geworden, und es gab auch ein wissenschaftlich anerkanntes Testverfahren. Es gibt in diesem Fall daher nur zwei Möglichkeiten: Entweder wollte das IOC nicht auf Insulin testen lassen oder es ist nicht auf der Höhe der Entwicklung. Das kann das IOC durch die Nachuntersuchungen der Proben jetzt noch wettmachen. Nicht aber das Versäumnis, die Athleten aus der Hälfte aller Länder während der Spiele in Peking mangelhaft kontrolliert zu haben. Falls unter ihnen Dopingbetrüger waren - das IOC hat sie entkommen lassen.

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