Auf den Punkt : Die Krise ist vorbei! Die Krise ist da!

Alfons Frese zu den guten Zahlen bei der Deutschen Bank

Alfons Frese
Alfons Frese, Wirtschaftsredakteur -Foto:Kai-Uwe Heinrich

Herzlichen Glückwunsch, Herr Ackermann! Unser berühmtester Banker ist auch der tüchtigste. Jedenfalls verdient seine Bank, die Deutsche Bank, wieder wunderbar viel Geld. Das ist prima und ein Grund zur Freude – völlig unabhängig davon, ob man eine Rendite von 25 Prozent des Eigenkapitals für angemessen hält oder nicht. Mit ihren jüngsten Quartalszahlen stellt sich die Deutsche Bank in eine Reihe mit den großen US-Instituten, die auch schon wieder Milliarden an der Wall Street verdienen. Im Kasino fliegen die Korken, und der eine oder andere Bonus sollte dann auch drin sein für die Herren Investmentbanker, die Masters of the Universe. Schluss mit Krise, der Aufschwung kommt!

Aber nicht nach Fürth. Bei Quelle verlieren 4000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Thyssen-Krupp will 20 000 Stellen streichen, die Bahn stellt 13000 zur Disposition, Heidelberger Druck trennt sich von Tausenden, um überhaupt zu überleben. Und da kommt noch mehr. Die Krise ist da! Jetzt fliegen uns in der so genannten Realwirtschaft, also in den wirklichen Firmen, da wo Wertschöpfung stattfindet und kein Gezocke, die Brocken um die Ohren. Deshalb ist das wohl vorausschauende Politik, wenn die schwarz-gelben Koalitionäre einen Schattenhaushalt bilden wollen für die vielen Milliarden, die in den kommenden Jahren die Bundesagentur für Arbeit braucht. Wie schlimm es wirklich kommt wird nicht zuletzt durch die Banken entschieden. Immer mehr Firmen sind im dünnen Hemd unterwegs und brauchen Hilfe, um im nächsten Aufschwung Wachstum zu finanzieren. Mit Hilfe der Banken.

Wäre schön, wenn Herr Ackermann dabei auch eine gute Figur machte.

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