Auf den Punkt : Eins, zwei, drei - keins

Kurt Sagatz zum Streit um Ebay

Kurt Sagatz
Kurt Sagatz
Kurt Sagatz, Redakteur Medien/Interaktiv -Foto: Kitty Kleist-Heinrich

In den Foren des Internet-Marktplatzes Ebay prallen die Meinungen aufeinander: „Weg mit dem Klickvieh“ fordert etwa ein Nutzer, der sich über Ebay-Käufer ärgert, die „raffgierig alles umsonst haben wollen“ und den Verkäufer durch grundlos negative Bewertungen die geschäftliche Grundlage entziehen. Und trifft damit auf enttäuschte Käufer, die zum ersten Mal in ihrem Ebay-Leben eine Rachebewertung erhalten haben, weil sie einem Verkäufer nicht die Höchstpunktzahl gegeben haben, weil der ihnen ein 1-Euro-Produkt für neun Euro Versandkosten in Rechnung gestellt hat.

Interessant daran ist, dass der Ärger in beiden Fällen berechtigt ist. Denn die „Geiz ist geil“-Mentalität gehört genauso der Vergangenheit an wie das rüpelhafte Nachtreten unseriöser Ramschverkäufer. Dass Ebay nun das Bewertungssystem zugunsten der Käufer ändert, die nun nicht mehr negativ oder neutral bewertet werden können, ist nur folgerichtig. Die vornehmste Aufgabe des Käufers ist es, pünktlich zu zahlen, dann wird er mit Pluspunkten belohnt. Weigert er sich, so wird ihm im Wiederholungsfall der Ebay-Zugang entzogen. Dafür sorgt im normalen Leben die Schufa und auch im Netz gilt dieser Grundsatz.

Für den Verkäufer gelten andere Maßstäbe. Von ihm wird erwartet, dass er einwandfreie Ware zu einem angemessenen Preis verkauft und sie rasch und sicher verschickt. Dann sind auch seine Kunden zufrieden. Dass dieser Verkäufer nun von Ebay mit einem Rabattsystem belohnt wird, kommt den Kunden ebenfalls zugute. Denn anders als ein Händlerstreik gegen die neuen Bewertungsregeln kann sich Leistung auch beim Verkauf von Schnäppchen lohnen.

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