Auf den Punkt : Gehirnwaschanlage FC Bayern

Lorenz Maroldt über Philipp Lahm, Helmut Markwort - und Thilo Sarrazin

Lorenz Maroldt Foto: Kai-Uwe Heinrich
Lorenz Maroldt, Chefredakteur -Foto: Kai-Uwe Heinrich

Na, das wäre doch mal ein schöner „Tagebuch“-Eintrag von Focus-Chefredakteur Helmut Markwort: „Philipp Lahm, stellvertretender Mannschaftskapitän und Mitglied der Nationalmannschaft, steht am Pranger, weil er das heiße Eisen missglückte Integration neuer Spieler angefasst hat. Er wird verdammt wegen der Form seiner Kritik, über die Fakten will niemand diskutieren.“

Auch nicht schlecht wäre das: „Völlig lächerlich aber hat sich der FC Bayern verhalten. Nachdem Lahm trotz Aufforderung seines Vorgesetzten Uli Hoeneß nichts zurückgenommen hat von seinen Worten, hat sich Hoeneß eine kuriose Strafe ausgedacht.“

Das aber hat Markwort über Thilo Sarrazin geschrieben, den er vor „Hetze“ in Schutz nahm und dessen Recht aufs freie Wort verteidigte. Als Aufsichtsrat des FC Bayern, der Markwort auch ist, nimmt er jetzt aber die Rekordstrafe gegen Lahm hin, die dieser deshalb zahlen soll, weil er seine eigene Meinung zum Zustand des FC Bayern geäußert hat. Seine eigene Meinung! Als Fußballer! Unverschämtheit!

Allerdings hat Lahm seine eigene Meinung nicht allein. Er fügt sich ein in den Mainstream der Bayern-Astrologen: Da passt nichts zusammen, die Spieler nicht zum System, wenn es denn eins gibt, und das System nicht zu den Spielern, wenn sie denn welche sind. Philipp Lahm ist nicht schuld daran. Falls der FC Bayern wider Erwarten doch noch nicht endgültig als Gehirnwaschanlage mit Zensurspülgang eingetragen ist, sondern noch immer als Verein nach deutschem Recht, müssten nicht nur Liberalapostel wie Markwort im Aufsichtsrat das freie Wort erheben gegen einen solchen Schwachsinn - und fordern: Straffreiheit für Philipp Lahm!


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