Auf den Punkt : Microsoft und die Richtigmacher

Kurt Sagatz über Windows 7

Kurt Sagatz
Kurt Sagatz
Kurt Sagatz, Redakteur Medien/Interaktiv -Foto: Kitty Kleist-Heinrich

BerlinEines konnte man Microsoft nie nachsagen: Dass die von Bill Gates gegründete Firma nicht in der Lage wäre, aus Fehlern zu lernen, den eigenen genauso wie denen der Wettbewerber. Vor allem hat Microsoft nie den Fehler begangen, seine Kunden nicht genügend zu umgarnen.

Sicher, viele Windows-Nutzer fühlen sich als unfreiwillige Beta-Tester von "Bananen-Programmen", die erst langsam beim Kunden nachreifen müssen. Doch darüber hinaus war Microsoft immer bemüht, dass sich der Nutzer umsorgt fühlt - zur Versicherung der Wertschätzung erhält man jeden Monat unzählige Updates, um die nie endende Flut von Sicherheitslöchern zu stopfen.

Endgültig genial ist nun allerdings die neueste Microsoft-Strategie für den Nachfolger des ungeliebten Windows Vista. Statt sich darüber zu mokieren, dass das Publikum die vielen Vorteile von Vista ignoriert und sich stattdessen nur wieder über den Ressourcenhunger aufregt, hat Microsoft jetzt die große Wohlfühlkampagne ausgerufen. Sie haben noch kein Vista? Macht nichts, in einem Jahr kommt Windows 7 - es kann zwar nicht sensationell mehr als Vista, das aber dann richtig. Sie haben bereits Vista? Auch kein Problem, Windows 7 basiert so stark auf dem Vorgänger, dass alle Programme und Geräte weiter funktionieren. Sie wollen keinen neuen Rechner kaufen? Auch kein Problem, Windows 7 wird so schlank sein, dass es selbst auf den kleinsten Netbooks läuft.

Die Botschaft ist klar: Lieber Kunde, du kannst gar nichts falsch machen. Hauptsache, du kaufst in einem Jahr das neue Windows, dann kann das Wohlfühlprogramm auch bei Microsoft funktionieren.

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