Auf den Punkt : Ruhig mal stolz sein

Sarah Kramer zum Bundeswehr-Gelöbnis vor dem Reichstag

Sarah Kramer

BerlinWohin mit dem Bundeswehr-Gelöbnis am 20. Juli? Ist der Platz der Republik vor dem Reichstag der richtige Ort für eine solche Veranstaltung - oder doch lieber der Bendlerblock? Nach dem ersten öffentlichen Gelöbnis vor dem Reichstag in diesem Jahr und dem Hickhack um den Ort hat Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) nun vorgeschlagen, die Rekruten-Vereidigung im Juli regelmäßig vor dem Sitz des deutschen Parlaments abzuhalten. Das ist nicht nur sinnvoller Vorschlag, sondern auch einer, der Sinn stiftet. Die Bundeswehr hat sich in den vergangenen Jahren von einer Verteidigungsarmee zu einer Streitkraft im Einsatz entwickelt; ein großer Teil ihrer Soldaten leistet seinen Dienst längst nicht mehr in von Frieden umgebenen, heimischen Kasernen, sondern in Krisengebieten wie dem Libanon, am Horn von Afrika oder in Afghanistan. Dabei riskieren die Soldaten fern der Heimat ihr Leben.

Sie tun dies, weil sie sich als Soldaten verpflichtet haben, "der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen". So heißt es in der Gelöbnisformel, die auch die 500 Bundeswehr-Rekruten am 20. Juli dieses Jahres vor dem Reichstag gesprochen haben. Soldaten haben gegenüber der Gesellschaft eine Bringschuld, die aber auf der anderen Seite, der Gesellschaft, immer noch zu wenig Anerkennung findet. Kaum einer weiß, was mancher Soldat auf sich nimmt, um seiner Pflicht nachzukommen. Auch aus diesem Grund ist es angemessen, das Gelöbnis am 20. Juli vor dem Reichstag abzuhalten. "Dem Deutschen Volke" steht dort geschrieben - und eben diesem Volke dient die Bundeswehr.

Das Volk sollte darauf ruhig mal stolz sein.

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