Auf den Punkt : Seltsames Wertesystem von Migrantenjugendlichen

Faustrecht, Hochmut, und brutale Sprüche: Ein Kommentar von Werner van Bebber zur Migrantenstudie

Werner van Bebber
Werner van Bebber, Reporter -Foto: Kai-Uwe Heinrich

Sie prügeln leicht los, sie verachten ihre Opfer, sie sind stolz auf den brutalen Zug ihres so genannten Machismo: Dass manche junge muslimische Migranten eine archaische Einstellung zur Gewalt haben, ist nicht neu. Sechs Prozent sind - auf soziologisch gesagt - „gewaltaffin“: Damit kann man umgehen, das kann man der Polizei überlassen. Viel wichtiger an der Studie „Muslime in Deutschland“, die Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble jetzt vorgelegt hat, ist etwas anderes: Viele Kinder der Einwanderer aus dem Nahen Osten, Migranten, die hier groß geworden sind, identifizieren sich mit nichts anderem als einer tumben, sehr grob gewirkten Subkultur, die sich ums Faustrecht, um Hochmut, um brutale Sprüche dreht.

Diese Migranten-Jugendlichen sind erwachsen geworden in einem seltsam-brüchigen Wertesystem. Es ist teilweise anti-westlich, teilweise ganz modern, weil es rappend die subkulturellen Trends der gesellschaftlichen Verlierer aufnimmt. Vor allem zeigt dieses Wertesystem eins ganz deutlich: Viele Migranten sind in diesem Land nicht angekommen, sie fühlen sich hier nicht zu Hause, sie nutzen die Freiheiten, um gegen eine freie Gesellschaft zu polemisieren. Die Unfreiheit der Religion ihrer Eltern stört sie hingegen nicht.

Schäubles Studie hat es nach Art des Innenministers nicht dabei belassen, die Gewaltbereitschaft junger muslimischer Männer als ordnungspolitisches Problem darzustellen. Es sind, wie der Innenminister in seiner Rolle als Terrorfachmann herausgefunden hat, nicht bloß die Dummen, die Schulabbrecher, Kiffer und Gangmitglieder unter den Migrantenjugendlichen, die auf Gewalt stehen. Fasziniert davon sind auch und gerade die Gebildeteren, die hierher kommen, um zu studieren. Das alles zeigt: Tief ist der Graben zwischen denen, die für die Grundwerte einer freien Gesellschaft etwas übrig haben, und denen, die diese Gesellschaft verachten und sich an ihre Regeln nicht gebunden fühlen. Diese Mit-Bürger, denen das "Mit“ so wenig bedeutet wie die Bürgerrechte, verkünden ihre Bereitschaft zur Gewalt gern mit einem gewissen Stolz, als drohende Ansage. Vielleicht ist die Ansage, die sie von diesem Land in Gestalt seiner Justiz bekommen, noch nicht deutlich genug.

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