Auf den Punkt : Sie Busfahrer, Sie!

Lorenz Maroldt zu den Tarifverhandlungen mit der BVG

Lorenz Maroldt
Lorenz Maroldt, Chefredakteur -Foto: Kai-Uwe Heinrich

Weil Gewerkschaften und Arbeitgeber jetzt offiziell über das Gehalt der BVG-Beschäftigten verhandeln, herrscht „Friedenspflicht“. Da ich in die Verhandlungen nicht eingebunden bin, werde ich mich daran allerdings nicht halten. Ich stehe vor allem mit den Busfahrern auf kaltem Kriegsfuß, und wenn sie am Ende für ihr bestenfalls muffliges, oft pöbliges Benehmen auch noch mehr Geld von mir bekommen sollen, gibt’s einen heißen Tanz. Ich bin es leid, als zahlender Kunde wie ein lästiger Tramper behandelt zu werden, und ich bin es ebenso leid, als Autofahrer geschnitten, gejagt, mit Worten und Gesten beleidigt zu werden von diesen Zillefiguren auf ihren fetten Sesseln.

Ungerecht? Ja klar, aber von den netten Fahrern, die es bestimmt auch gibt, fällt mir gerade keiner ein. Bitte melden. Ich habe nach Jahren des Ärgers und der Empirie nämlich beschlossen, die Beweislast umzukehren. Ausgangsthese ist seitdem: BVG-Mitarbeiter sind ungut. Sie wissen ihre Privilegien nicht zu schätzen. Sie sind rabaukig zu jenen, die ihren Job finanzieren. Sie sabotieren sogar den von uns bezahlten Fuhrpark, um wilder streiken zu können. Sie sind eine Zumutung für diese Stadt. Und dafür bietet Thilo Sarrazin jetzt von dem Geld, das er angeblich nicht hat, auch noch 24 Millionen mehr an?

Guter Lohn für gute Arbeit, lautet ein Gewerkschaftsargument. Guter Lohn wird schon gezahlt, jedenfalls den „Altbeschäftigten“, die auch noch eine Jobgarantie besitzen. Gute Arbeit sieht anders aus. Wäre der Begriff Busfahrer sonst so ein beliebtes Schimpfwort geworden, ein Synonym für bräsig, anmaßend, unverschämt? Busfahrer!

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