Auf den Punkt : SPD in Trümmern

Stephan-Andreas Casdorff zu Hessen

Stephan-Andreas Casdorff
Stephan-Andreas Casdorff
Stephan-Andreas Casdorff, Chefredakteur

BerlinAktenzeichen XY-psilanti - der Fall ist klar. Sie wird es nicht, was sie werden will, wobei die Betonung auf ihrem Willen liegt. Andrea (Prinzessin) Ypsilanti, geb. Dill, wird nicht hessische Ministerpräsidentin. Gut, die Kraft der Verblendung hat nicht gereicht. Pech für SPD-Wiederchef Franz Müntefering, der sich gerade dazu verstanden hatte, ihr die Daumen zu drücken, um des lieben Parteifriedens willen. Das ging auch daneben. Aber Münte ist aus härterem Holz, da tut die eine oder andere neue Kerbe auch nicht mehr zur Sache.

Ja, und wer lacht zuletzt? Roland "der Eiserne" Koch. Der hat's alles ausgehalten, ausgesessen, seine Truppen im CDU-Landesverband zusammengehalten. Die Union in Hessen ist schon immer ein "Kampfverband" gewesen, wie Alfred Dregger selig immer sagte. Dregger war Vorvorgänger von Koch als Landesvorsitzender. Nun soll Koch nicht glauben, dass ihn die Leute deswegen jetzt mehr mögen als vorher; er hat immer mal wieder diesen Schuss Unangenehmes, eine Neigung zu unappetitlichen politischen Forderungen. Zum Fürchten. Respektiert wird er trotzdem. Weil er einen Willen hat und die Kraft, ihn durchzusetzen. Und, neben allem anderen, inhaltliche Stärke.

Übrigens gibt es da diese bitterböse Ironie an der Geschicht', die lautet, dass das hintersinnig-hinterfotzige Plakat mit der Aufschrift "Ypsilanti, al-Wazir und die Kommunisten stoppen!" Wahrheit geworden ist. Die Hessen-CDU wollte damit auf vieles anspielen, auch auf Chaos. Wenn man nur aufs Ergebnis schaut, dann stimmt's: SPD in Trümmern, Grüne desavouiert, SPD-fixierte Linke demoliert. Spätere Folgen für den Bund nicht ausgeschlossen. Was für ein Fall!

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