Auf den Punkt : Wegen 2 Euro 10!

Hartmut Wewetzer zur Impf-Weigerung der niedergelassenen Ärzte

Hartmut Wewetzer
Hartmut Wewetzer
Dr. Hartmut Wewetzer -Foto: Kai-Uwe Heinrich

BerlinGeht es den Berliner Kassenärzten ums Geld oder um den Menschen? Die Kassenärztliche Vereinigung der Stadt erweckt den Eindruck, als ob Ersteres Vorrang hat. Sie hat beschlossen, den Senat auflaufen zu lassen und die Schweinegrippe-Impfung zu boykottieren. Weil sie statt sonst 7 Euro 10 nur 5 Euro bekommen, sollen die niedergelassenen Ärzte die Impfung verweigern – wegen läppischer 2 Euro 10 also! Ende einer Impfaktion?

Natürlich steckt politisches Kalkül hinter dem Boykott. Die Kassenärztliche Vereinigung weiß, dass sie sich dieses Verhalten leisten kann. Der Wirbel um die angeblich riskanteren Impfverstärker und die mutmaßliche Bevorzugung der Bundesregierung durch einen verstärkerfreien Impfstoff haben die Bevölkerung verunsichert und die Impfbereitschaft weiter gesenkt. Auch etliche Vertreter der Ärzteschaft haben in diese Kerbe geschlagen und gegen die Impfung polemisiert. Statt Argumenten gab’s Verschwörungstheorien über die böse Pharmaindustrie. Das kommt immer gut an.

Die Schweinegrippe verläuft hierzulande bislang ausgesprochen mild. Die große Pandemie ist (noch) nicht über uns hereingebrochen. Für die Kassenärztliche Vereinigung ein weiterer Grund, um zu pokern und mehr Geld für sich herauszuschlagen. Die Frage ist, ob der Senat auf dieses Spiel der Ärztefunktionäre eingeht oder einlenkt. Denn am Ende werden beide Seiten sich einigen müssen, im Interesse der Bevölkerung. Vielleicht aber gibt es auch Ärzte, die impfen, obwohl sie für den Pieks in den Muskel nur 5 Euro bekommen. Man sollte ihnen den Rücken stärken.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben