Auf den Punkt : Wir brauchen eine Mauer

Moritz Schuller schreibt für die Abgeordnete Christel Wegner einen flammenden Appell.

Moritz Schuller
Moritz Schuller, Meinungsredakteur -Foto: Kai-Uwe Heinrich

Liebe Genossen,

Ihr schließt mich nun aus der Linke-Fraktion aus. Zu unrecht. Ich habe mir nie die Rückkehr der Staatssicherheit des Genossen Mielke gewünscht und auch nicht für den Wiederaufbau einer Mauer zwischen den beiden Deutschlands plädiert. Diese Fehlinformationen gehen auf eine Verschwörung der Agenten des kapitalistischen Rundfunksenders ARD zurück. Ich sollte so als ewiggestrige DKP-Frau vorgeführt werden.

Doch angesichts der Bedrohung unserer neuen Gesellschaftsform durch das Großkapital und die Reichen, müssen wir uns schützen. Wir brauchen eine große, schlagkräftige Organisation die die "reaktionären Kräfte" des Großkapitals wenn nötig auch mit unorthodoxen Methoden ausspioniert und die Verräter ans Messer liefert. Und wir brauchen natürlich eine Mauer, die das volkseigene Kapital vor der Abwanderung ins Ausland schützt. Der Zweck, Euch brauche ich es ja nicht zu sagen, heiligt die Mittel.

Angesichts der großen Zustimmung auch innerhalb der Bourgeoisie für solche Überwachungs- und Strafmaßnahmen gegen die Feinde unserer Gesellschaft, die ich in den vergangenen Tagen mit Freude zur Kenntnis genommen habe, schlage ich vor, dass Ihr mich wieder aufnehmt und wir folgenden Antrag auf dem nächsten Parteitag unserer Partei beschließen: Die Linke fordert, dass ab sofort alle Aufgaben der Stasi, wenn nicht schon geschehen, vom BND übernommen werden; und dass um Liechtenstein herum eine Mauer errichtet wird. Glaubt mir, Genossen, so kommen wir in diesem Land sogar demokratisch an die Macht.

Sozialistischer Gruß! Eure Christel Wegner

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