Auf den Punkt : Wird Mitte zu München?

Moritz Döbler über die Yuppisierung Berlins

Moritz Döbler
Moritz Döbler
Moritz Döbler, Ressortleitung Wirtschaft -Foto: Kai-Uwe Heinrich

BerlinGeld stinkt nicht. Es ist also schön, dass ein Kölner Investor viele teure Luxuswohnungen in Berlin bauen will. Glück muss man wünschen - schon so mancher ist mit Immobilien in Berlin auf die Nase gefallen. Hoffentlich partizipiert die örtliche Bauwirtschaft, sicher ziehen die neuen Wohnungen Umsatz bei Dienstleistern nach sich. Auch wird die Stadt vermutlich schöner, wenn sich eine der letzten großen Baulücken schließt. Wenn man diesen Stil mag, jedenfalls.

Dass die vielen Luxushütten die Wirtschaftslage der Hauptstadt aber grundlegend ändern, ist nicht zu erwarten. Berlin bleibt noch lange eine bettelarme Stadt. Mitte wird nicht München - dafür fehlt die Industrie. Auch London und New York sind unerreichbar, denn Berlin mag bei der Kreativität mithalten können, aber nicht beim Geld - schließlich sind dort die Weltfinanzmärkte zuhause.

Trotzdem, ein positives Signal ist das Projekt schon. Denn mit den Wohnungen kommen hoffentlich auch wohlhabende Bewohner. Mögen sie auch nur am Wochenende herjetten und das meiste Geld woanders ausgeben - sie sind willkommen. Denn sie machen Berlin zu einem Ort, an dem auch andere Geldmenschen sich tummeln wollen. Und am Ende kommt die Industrie dann vielleicht doch noch zurück, irgendwann, irgendwie. Träumen wird ja wohl erlaubt sein in Berlin.

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