Bundestagswahl : Wahlverlierer CDU

Moritz Schuller über Angela und Antifa

Moritz Schuller
Moritz Schuller, Meinungsredakteur -Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Angela Merkel feiert ihre Siege auf Kosten ihrer Partei: Sie bleibt Kanzlerin und die CDU erreicht das zweitschlechteste Ergebnis der Parteigeschichte. Auch die Modernisierung/Sozialdemokratisierung der CDU unter Merkel kann nicht verhindern, dass die CDU langsam ihren Charakter als Volkspartei verliert. Langsam, weil die Unzufriedenen keine Alternative haben. Unzufriedenheit in der SPD schafft neue Parteien, Unzufriedenheit in der CDU führte bisher nur zu niedriger Wahlbeteiligung und einer bisweilen stärkeren FDP.

Die CDU unter Merkel profitiert von dem letzten gesellschaftlichen Tabu in Deutschland: dass es rechts neben der CDU keine Partei geben darf. Die stehen schließlich unter Faschismus-Verdacht. Merkel kann die CDU weit nach links rücken, weil ihr rechts keine Konkurrenz droht. Konservative Abspaltungen, wie es sie in jedem anderen europäischen Land gibt, sind in Deutschland geächtet.

Noch rettet die Antifa die CDU. Noch bewahrt der Antifa-Konsens die CDU vor dem Schicksal der SPD, die sich längst in ihre Einzelteile zerlegt hat. Doch je schwächer dieser historische Konsens wird, desto wahrscheinlicher ist eine weitere Ausdifferenzierung des Parteiensystems. Die Fliehkräfte, das hat das schlechte Abschneiden der Partei gezeigt, haben längst die CDU erreicht. Platz ist neben dieser 33-Prozent-CDU längst vorhanden.

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