Elite-Unis : Berlin: Alles super?

Moritz Schuller über Berlins Wandel von Super-Sorgen zur Super-Uni

Moritz Schuller

Super-Mario, Super-Illu, Super-RTL und nun die Berliner Super-Uni: Noch vor kurzem hätte man den Berliner Wissenschaftssenator ausgelacht, wenn er die Gründung einer neuen akademischen Elite-Einrichtung für die Stadt angekündigt hätte. Berlin hatte Super-Sorgen.

Doch das ist nun anders: Die Freie Universität hat sich beim Elitewettbewerb durchgesetzt, von den zwei deutschen Nobelpreisträgern in diesem Jahr forscht der eine an einer Berliner Institution, der "Spiegel" berichtet begeistert über das Wissenschaftsland Deutschland. Unis sind plötzlich super.

Jürgen Zöllners Vorschlag, in Berlin eine neuen, unabhängige internationale Spitzenforschungseinrichtung zu etablieren, kommt also zum idealen Zeitpunkt: mitten in eine sich immer weiter ausdifferenzierende Universitätslandschaft. Je mehr wissenschaftliche Einrichtungen es in der Stadt gibt, desto besser, und wenn sie der staatlichen Reglementierung ein Stück entrissen werden, noch besser.

Dass diese Verbund-Hochschule, die alle Berliner Unis und Forschungseinrichtungen verzahnen soll, bisher nicht auf Gegenliebe bei den Berliner Universitätspräsidenten stößt, ist aber nicht sehr überraschend: Zöllner plant, ihnen die besten Professoren zu entreißen. Sinnvoll ist eine solche neue Institution nur, wenn sie nicht auf Kosten der bestehenden Universitäten entsteht - sondern als deren Bereicherung. Dafür muss Zöllner aber nicht nur die Struktur der bestehenden Einrichtungen verändern, sondern auch deren finanzielle Ausstattung.

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