Hertha BSC : Inkompetenz trifft Impotenz

Helmut Schümann über die Schwäche von Hertha BSC

Helmut Schümann
Helmut Schümann
Helmut SchümannFoto: Kai-Uwe Heinrich

Nun ist also noch Drobny verletzt, Herthas bester Mann, Herthas einziger Mann, der Beleg dafür ist, dass diese Hertha in die Bundesliga gehört. Hertha also im Verletzungspech? Ach was, der alte Spruch vom früheren Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann, wonach man erst kein Glück hat und dann kommt auch noch Pech dazu, der gilt nicht für Hertha BSC. Nicht nach diesem Start in die Liga, erst recht nicht nach diesem Kick gegen Letten aus Ventiirgendwas. Bei Hertha muss es heißen: Erst ist man dumm, dann kommt auch noch Inkompetenz dazu. Wie dumm war das denn, einen erfolgreichen Manager zu mobben, der Hertha aus der Nichtigkeit zur Hoffnung versprühenden Fußballkraft in Deutschland geführt hat? Wie inkompetent ist das denn, einen Trainer walten zu lassen, der offensichtlich noch nicht über die Schweiz und dort irgendwann einmal tätige Kicker hinausgeschaut hat?

Nein, Hertha hat kein Pech, Hertha wird auf die derzeitige Weise absteigen, Hertha wird von Ignoranten geführt, so wie es viele Jahre vor der Wende war. Kann es sein, dass sich bei Hertha das alte Westberlin noch einmal erhebt und vor sich hindilettiert wie in alten Inselzeiten?

Da ist ein Präsident, Werner Gegenbauer, ein Berliner Mittelständler, der völlig ohne Not in der vergangenen Saison einen Machtkampf angezettelt hat und damit Unruhe in eine überaus erfolgreiche Spielzeit brachte. Das Theater der Vorsaison erinnert stark an längst vergessene Zeiten der Bundesliga in den Siebzigerjahren, als profilneurotische Präsidenten die Klubs gleich in Scharen in den Niedergang rissen.

Da ist ein Trainer, Lucien Favre, der sich nicht zu bestehen traut neben Stars im Mannschaftsgefüge und sie lieber wegekelt, als sie im Sinne Herthas einzusetzen. Und der aber offensichtlich kein Konzept hat, um diese persönliche Profilschwäche auszugleichen.

Dann ist da noch ein Manager, Michael Preetz, der bislang agiert wie weiland Franjo Pooth in der Wirtschaft und auch einen ähnlichen Ertrag reinholt, also Artur Wichniarek. Das Ergebnis: Platz 17 in der Liga und eine Blamage gegen Ventiirgendwas.

Und, wenn man ehrlich ist, die Schuld, dass die S-Bahnen nicht mehr rollen in Berlin, die trägt auch die Hertha. Das Geld der Deutschen Bahn, dass die Macher der Hertha nicht zu verwalten wissen, wäre besser in die Züge der S-Bahn geflossen. Bei der Hertha und ihren Führungspersonen ist es rausgeschmissen.

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