Hessen : Koch muss weg

Sebastian Bickerich zur Wahl in Hessen

Sebastian Bickerich
Sebastian Bickerich, Redakteur -Foto: Kleist-Heinrich

Das Licht ist aus, der Furor verklungen, Hessen steht still. Drei Wochen lang hat Roland Koch das Land mit einem Wahlkampf überzogen, wie es ihn seit der Adenauerzeit ("Brandt alias Frahm") in der Bundesrepublik nicht gegeben hat. Roland Koch hat nicht nur ausländerfeindliche Ressentiments bewusst geschürt. Er hat auch einen Diffamierungswahlkampf gegen seine politische Gegnerin Andrea Ypsilanti geführt ("Ypsilanti, Al-Wazir und die Kommunisten stoppen…") und dafür von Hessens Wählern eine eindrucksvolle Klatsche bekommen. Soll dieser Mann trotzdem weiterregieren?

Koch muss weg. Gewiss, in einer Demokratie kann auch ein Wahlverlierer Sieger sein. Die CDU hat - knapp - die meisten Stimmen bekommen und deshalb den Auftrag zur Regierungsbildung. Roland Koch aber ist persönlich für das desaströse Abschneiden seiner Partei verantwortlich. Sein Versuch, von eigenen Fehlern in der Bildungs- und eben auch in der Sicherheitspolitik abzulenken, war zu billig, eine eigene Mehrheit kann er nicht erreichen. Er hat sich in seiner Partei und bei allen möglichen Partnern diskreditiert.

Koch muss weg. Er sollte nun genau hinhören, was seine eigenen Leute sagen. Wie etwa Philipp Missfelder, der kommende Mann der CDU, Chef der Jungen Union: "Es ist sicherlich so, dass Themen wie Generationengerechtigkeit und Bildungspolitik eine sehr große Rolle für viele junge Menschen spielen, und da müssen wir überlegen, ob wir auch im plakativen Wahlkampf die richtigen Antworten geben."

Koch hat die falschen Antworten gegeben - und sollte zurücktreten. Angela Merkel braucht seinen wirtschaftlichen Sachverstand jetzt in Berlin. Und Hessen einen Landesvater, der moderieren kann - zwischen der CDU und der SPD, denn keine andere Koalition wäre stabil und gut für das Land. Wieso nicht Franz Josef Jung?

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