Meinung : Auf Rosen gebettet

„SPD und CDU schließen Schulfrieden –

vorerst“ vom 5. November

Angesichts der prekären Haushaltssituation und knapper Arbeitsplätze erscheint es mir unseriös, einen Arbeitsplatz mit sozialer Versorgungssicherheit bis ans Lebensende einzufordern, keinen Cent für die Alterssicherung zahlen zu müssen, zirka zwölf Wochen „Urlaub“ zu haben und Zuschuss vom Staat für die private Krankenversicherung zu erhalten.

Sind die steuerfinanzierten Universitäten nicht in der Lage, den Schulen engagierte Lehrer zur Verfügung zu stellen, die der nachwachsenden Generation mit Herzblut den Lernstoff fürs Leben vermitteln, ohne nach einer hundertprozentigen Absicherung zu schielen?

Kinder und Jugendliche werden mal mehr und mal weniger gut ausgebildet, aber die Gesellschaft muss Jahrzehnte über die Steuern für die Pensionen der Lehrer aufkommen.

Bis 2030 müssen 750 Milliarden Euro Pensionsleistung gezahlt werden. Auch ein im öffentlichen Dienst angestellter Lehrer verdient gut und hat natürlich die Gelegenheit, wenn er das „Stahlbad“ eines Schulalltags oder die verkrusteten Lehrpläne der Schulverwaltung nicht erträgt, wie „Otto Normalverbraucher“ den Job zu wechseln oder zu pausieren – und nicht den rosigen Weg, mit 50 den Vorruhestand zu suchen. Es reicht eben nicht, mit dem Finger auf Griechenland zu zeigen.

Gustav Teller, Berlin-Wilmersdorf

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