Aufschwung und Arbeitsmarkt : Timing ist alles

Im nächsten Jahr soll die Arbeitslosigkeit nochmal deutlich sinken, heißt es bei der Bundesagentur für Arbeit. Wie es aber dann weitergeht, ist wirtschaftlich und vor allem auch politisch die derzeit heißeste Frage.

Moritz Döbler

Was kann man besser planen – den nächsten Abschwung oder den Termin der nächsten Bundestagswahl? Die Experten sind sich derzeit einig, dass im nächsten Jahr weniger Wirtschaftswachstum zu erwarten ist als in diesem. Der Höhepunkt des Aufschwungs wäre damit bereits jetzt überschritten. Bei aller begründeten Skepsis gegenüber Horoskopen, Wetterberichten und Konjunkturprognosen: Die Aussage ist plausibel, alles Gute hat ein Ende. Im nächsten Jahr soll die Arbeitslosigkeit trotzdem nochmal deutlich sinken, heißt es bei der Bundesagentur für Arbeit. Wie es aber dann weitergeht, ist wirtschaftlich und vor allem auch politisch die derzeit heißeste Frage. Schon ist aus dem Umfeld von Finanzminister Peer Steinbrück – SPD! – zu hören, der Bundeshaushalt lasse sich vielleicht schon im Wahljahr 2009 ausgleichen. Es wäre das erste Mal seit vielen Jahren und ein Pfund, mit dem sich wuchern ließe. Bundeskanzlerin Angela Merkel – CDU! – wird sich nach Kräften mühen, den Aufschwung für sich zu reklamieren. Nur muss er dafür halt noch ein wenig länger dauern, als derzeit erkennbar. Oder es wird früher gewählt als derzeit geplant.

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