Aufstieg einer Protestpartei : Bald haben wir die gläsernen Piraten

Die Piratenpartei steigt unaufhaltsam nach oben. Ihr Credo: Absolute Transparenz. Doch woher nimmt die junge Protestpartei ihre Kraft?

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Transparenz um jeden Preis?
Transparenz um jeden Preis?Foto: dpa

Nun sind es also schon 14 Prozent. Rechnet man die Zustimmung zur Piratenpartei so weiter, werden sie bei der nächsten Berliner Wahl die absolute Mehrheit abräumen – und keiner weiß genau, warum. Es scheint, als schöpfe die neue Partei ihre Kraft immer noch zunehmend aus dem Überdruss an den alten, als treibe ihr jeder Winkelzug des Bundespräsidenten, jeder ignorante Netzpolitikkommentar eines etablierten Politikers weitere Protestwähler zu.

Immerhin: Die Piraten hatten Erfolg mit einer Initiative zu einem wichtigen (Handyüberwachung) und einem unwichtigen Thema (VIP-Tickets), die beide auf der staatskritischen Linie liegen. Das hat sich ausgezahlt in einer Situation, in der Linke und Grüne vor allem mit sich selbst beschäftigt waren. Ihr nächstes Projekt, die Offenlegung ihrer Einkünfte, ist allerdings populistischer Exhibitionismus, symbolhaltig, schnell gemacht, aber draußen ziemlich uninteressant.

Bald, so ist zu befürchten, haben wir die gläsernen Piraten und wissen alles über sie. Nur noch nicht, wie ihre Politik bei bodennäheren Themen aussieht.

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