Meinung : Aus dem Feld

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Kirchs Medienimperium stürzt wie ein Dominospiel zusammen. Anfangs der Kern, jetzt die Pay-TV-Tochter. Weitere Teile des verzweigten Reiches werden in den nächsten Wochen folgen. Warum ausgerechnet der größte Schuldenproduzent, das Bezahlfernsehen, erst jetzt Insolvenz anmeldet, dürfte das Geheimnis der Berater, Hausjuristen und Krisenmanager sein. Aber es spielt im Grunde genommen keine Rolle. Hauptsache ist, dass die Fußball-Weltmeisterschaft Ende Mai störungsfrei über die heimischen Bildschirme flimmern kann. Wie beruhigend die Worte des Premiere-Chefs, bis Mitte Juni sei noch genug Cash in der Kasse. Und dann? Dann wird sich zeigen, ob die überraschend an den Tag gelegte Euphorie des TV-Managers tatsächlich angebracht ist, ob nach erfolgter, schneller Sanierung tatsächlich Übernahmeinteressenten Schlange stehen werden. Wohl kaum. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Pay-TV pur – also ohne zusätzlichen Nutzen – in Deutschland nicht ankommt. Es gibt zu viele Alternativen. Wer mehr als zwanzig TV-Sender per Kabel oder Satellit frei empfangen kann, sieht keinen Anlass, in die Tasche zu greifen. Der deutschen Männer liebster Sport ist nach seinen Höhenflügen in der Realität gelandet – finanziell vor allem. Pleite hin, Insolvenz her: Jetzt spielt mal erst schön, abgerechnet wird später. fok

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