Meinung : Aus der Kreidesteinzeit

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Der Lehrerberuf zählt zu den schwierigsten, die es gibt. Denn die Pädagogen sollen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Sozialarbeiter sein; sie sollen auf Eltern einwirken und – je nach Schülerschaft – Kontakt zur Polizei, zum Jugendamt oder zu „Jugend forscht“ halten. Hunderte Nachwuchslehrer hat Berlin in den letzten Jahren ausgebildet, die diesen Aufgaben gewachsen gewesen wären. Dass man sie gehen ließ und jetzt keinen Nachwuchs mehr hat, liegt nicht nur an den Sparzwängen, sondern auch am Dienst- und Beamtenrecht. Das nämlich verhindert, dass schlechte Lehrer entlassen und durch gute ersetzt werden können. Und es verhindert, dass man gute Pädagogen mit angemessenen Zuschlägen davon abhalten kann, in andere Bundesländer zu gehen. Stattdessen sorgt es dafür, dass entnervte Lehrer im Dienst bleiben, weil sie sonst ihre Pensionsansprüche verlieren. Der Senat hat jetzt einen ersten Schritt zur Besserung der Ausgangslage getan, indem er Lehrer nicht mehr verbeamtet. Der zweite, wichtige Schritt muss jetzt folgen: Das verstaubte, leistungsfeindliche Tarifsystem im öffentlichen Dienst gehört entrümpelt, dringend. sve

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