Meinung : Aus der Not geboren

UNION WILL ZUWANDERUNG THEMATISIEREN

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Darf man im Wahlkampf über Zuwanderung reden? Ja, warum denn nicht? Die Frage, welche und wie viele Menschen aus fremden Ländern wir in unser Land lassen wollen, wie sich diese Menschen in das Leben hier eingliedern – all das sind wichtige Probleme, die viele Menschen alltäglich betreffen. Man darf selbstverständlich darüber reden, besonders wenn man es in einer Weise tut, die die Lösung dieser an sich schon komplizierten Probleme nicht noch zusätzlich erschwert. Die Frage, die sich Edmund Stoiber und den Seinen stellt, ist allerdings eine andere: Nicht, ob die Union über Zuwanderung reden darf, sondern ob sie es tun soll. Einer hat es mal mit Erfolg getan, Roland Koch in Hessen. Zwei haben es seither wieder versucht, Jürgen Rüttgers in Nordrhein-Westfalen und Christoph Böhr in Rheinland-Pfalz – beide ohne Erfolg. Dieser Quotient von Zwei zu Eins gibt zu denken. Zuwanderung ist für die Union offenkundig nicht automatisch ein Erfolgsthema. In zwei Drittel der Fälle ist der Griff in diese Schublade vielmehr ein Zeichen großer Not gewesen. Ein Eindruck, der mehr Stimmen kosten kann als sich gewinnen lassen. Wer das Zuwanderungsgesetz ablehnt, wählt schon Stoiber. Wozu der Versuch, die Gläubigen noch einmal zu bekehren? bib

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