Ausbau der Krippenplätze : Mehr Familie wagen

Der Ausbau der Betreuungsplätze ist ein Fortschritt. Doch auch die Unternehmen sollten den Familien mehr Freiräume schaffen.

Die Politik ist nicht schnell, wenn sie auf gesellschaftliche Realitäten reagieren soll. Auch im Falle der fehlenden Krippenplätze hat es lange gedauert. Und doch ist die Einigung der großen Koalition auf den bislang größten Ausbau der Betreuungsplätze ein Grund zur Freude. Notwendig ist er aus zwei Gründen: Frauen wollen arbeiten und Kinder bekommen können; Frauen und Männer müssen beide arbeiten, um Familien ernähren zu können. Viele Väter und Mütter sind angewiesen auf Krippenplätze – und dennoch verzweifeln sie im Alltag oft daran, dass sie den Spagat zwischen Familie und Beruf nicht hinbekommen. Frühkindliche Erziehung ist gut und richtig und nicht zum Schaden des Kindes. Aber ist sie vereinbar mit dem Bedürfnis nach so viel Familienleben wie möglich? Man muss nicht wie weiland Bischof Mixa die Gefahr der „Ökonomisierung“ des Kinderkriegens beschreien. Aber die Ökonomisierung des Familiendaseins ist Realität. Im Alltag hilft da nur mehr Verständnis für das Bedürfnis von „Elternzeiten“ jenseits der gesetzlichen Regelungen. Hier sind die Unternehmen gefragt, so flexibel wie möglich Freiräume zu erlauben. Soziale Bindung, sagen wir ruhig: Liebe, braucht Zeit. ale

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